Kaffeekanne

Foto: Theresienkrankenhaus Mannheim

Da staunten die etwa 250 Besucher nicht schlecht: Prof. Dr. Markus Haass, Chefarzt der kardiologischen Abteilung des Mannheimer Theresienkrankenhauses, berichtete in der vergangenen Woche über die medizinischen Auswirkungen von Kaffee und Tee im Rahmen seiner regelmäßigen „Herzensangelegenheiten“-Vortragsreihe für Patienten.

Keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit

Lange Zeit herrschte das Vorurteil, dass Kaffee und Tee zu einer Erhöhung des Blutdrucks und damit zu einem höheren Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen führen könne. Damit räumte der Chefarzt gründlich auf: In seinem Vortrag im Festsaal des Theresienkrankenhauses belegte er anhand von Studienergebnissen, dass es keinerlei negative Effekte des Genusses von Kaffee oder Tee auf die Gesundheit gibt. Im Gegenteil: Verschiedene Studien zeigen sogar überaus positive gesundheitliche Auswirkungen: Die Risiken für Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen, Alzheimer und sogar Krebs seien durch den Konsum von Kaffee oder Tee deutlich verringert.

Aber Prof. Haass relativierte diese Studienergebnisse: Zum einen müsse man mindestens dreieinhalb Tassen Kaffee oder sieben Tassen Tee pro Tag trinken, damit dies einen Effekt hat. Zweitens habe man bei den Studien stets auf Kohorten zurückgegriffen. Das bedeutet, dass man bestimmte Zielgruppen untersucht hat, die mehr Kaffee trinken als andere. Dann hat man überprüft, wie häufig diese Probanden an beispielsweise Diabetes erkranken. Der Mediziner führte an, dass deshalb auch bestimmte Lebensumstände der jeweiligen Zielgruppe Einfluss auf deren Gesundheit haben können – nicht nur der Kaffee- oder Tee-Konsum. „Dennoch“, so Haass: „zeigen die Studienergebnisse, dass Sie bedenkenlos Kaffee oder Tee trinken können, ohne dass dies Ihrer Gesundheit schadet“. Um diese Botschaft zu untermauern, erhielt jeder Besucher zum Vortrag eine Tasse Kaffee oder Tee.