Der Wissenschaftsrat hat eine Stellungnahme zur Entwicklung des universitätsmedizinischen Standorts Mannheim vorgelegt. Darin attestiert der Rat dem universitätsmedizinischen Standort Mannheim eine beachtliche Weiterentwicklung im Bereich von Forschung und Lehre, lobt aber auch die gute wirtschaftliche Situation. Veränderungsbedarf sieht er in der Leitungsstruktur der Universitätsmedizin.

„Mit seiner Stellungnahme bestätigt der Wissenschaftsrat Mannheim als universitätsmedizinischen Standort“, so Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. Der Aufbau der Vorklinik und die Einrichtung des Modellstudiengangs MaReCuM sei ausdrücklich gewürdigt worden. Die positive Entwicklung sei auch der erfolgreichen Kooperation der Universitätsmedizin mit den in der Region vorhandenen anderen lebenswissenschaftlichen Forschungseinrichtungen wie dem Zentralinstitut für seelische Gesundheit (ZI) und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) sowie der Medizinischen Fakultät in Heidelberg zu verdanken.

„In Mannheim hat sich das Kooperationsmodell gut etabliert“, ist der Oberbürgermeister überzeugt. Auch der Wissenschaftsrat empfehle, zunächst die Gestaltungsmöglichkeiten der Kooperation von Fakultät und Klinikum auszuschöpfen. Das Nebeneinander von Krankenversorgung und Forschung und Lehre stehe der weiteren Entwicklung nicht im Weg, wie ja gerade die vom Wissenschaftsrat bestätigte „beachtliche Entwicklung in Forschung und Lehre“ zeige. „Natürlich hat der Wissenschaftsrat ein vordringliches Interesse an der Förderung von Forschung und Lehre, und nicht an der Krankenversorgung. Wir wollen die Kooperation aufrechterhalten und werden die gemeinsame Ausrichtung in Zukunft sicher weiter intensivieren“, trägt Kurz aber auch der Kritik des Wissenschaftsrates an der Leitungsstruktur Rechnung.

Auf die Empfehlung des Wissenschaftsrates aus dem Jahr 2003 hin, die Leitungsstruktur zu verändern, wurden zwei externe Vertreter des Landes und der Universität Heidelberg in den Aufsichtsrat berufen. „Hier wurde eine stärkere Verzahnung mit den Trägern sowie eine Öffnung für Forschung und Lehre erreicht“, so der Oberbürgermeister. Auch wurde die – derzeit allerdings vakante – Position eines zweiten Geschäftsführers geschaffen, um den speziellen Bedürfnissen des Mannheimer Universitätsklinikums – die Forschung und Lehre betreffend – Rechnung zu tragen.

„Die Stadt Mannheim hat ein hohes Interesse an der weiteren guten Entwicklung als universitätsmedizinischer Standort“, macht Kurz klar. Die Stadt engagiert sich bereits heute in hohem Maße – beispielsweise durch die Kooperation und finanzielle Unterstützung in der Planungsphase des MMT-Campus, die Förderung von Medizintechnik-Startups durch die Abrechnung von reduzierten Mietpreisen oder die Unterstützung für das Mannheim Molecular Intervention Environment (M2OLIE).