Mannheim TKH Vortrag Zimmermann

Foto: Theresienkrankenhaus Mannheim

„Muskoskelettale Schmerzen sind die häufigste Gesundheitsstörung in der Bevölkerung“, leitete Dr. Timo Markl seinen Vortrag vor kurzem im Mannheimer Theresienkrankenhaus (TKH) ein und verdeutlichte damit die Bedeutung dieses Krankheitsfeldes, zu dem auch die Arthrose gehört. Mehr als 300 Patienten, Angehörige und Interessierte waren zum zweiten Vortragsabend der Abteilung für Unfallchirurgie, Traumatologie und Sportmedizin gekommen, um den Ausführungen von Chefarzt Prof. Dr. Gerald Zimmermann, der Oberärzte Dr. Thomas Kiesel und Dr. Timo Markl sowie Physiotherapeut Thomas Uhrig zu lauschen, und um Anregungen für eine Therapie zu erhalten.

Die Hüfte schmerzt bei jedem Schritt, das Knie pocht nach dem Treppensteigen, in der Schulter sticht es, wenn man die Arme hebt – schnell denken Betroffene an Arthrose. Dr. Thomas Kiesel zeigte aber in seinem Vortrag, dass nicht jeder Gelenkschmerz Arthrose ist. Arthrose ist vielmehr ein Gelenkverschleiß, der über das alterstypische Maß hinausgeht. Der Spezialist erläuterte, welche Ursachen dafür in Frage kommen: Entzündungen, Fehlstellungen, Rheuma, neuronale Erkrankungen oder auch Unfälle können zu Gelenkschmerz führen. Dennoch weisen zwei Drittel aller Menschen, die älter als 65 Jahre sind, Arthrose an verschiedenen Gelenken auf. Kiesel erläuterte, wie man durch eine individuell passende Therapie wieder mehr Lebensqualität gewinnen kann: Bandagen, Schmerzmedikamente, Akupunktur oder auch der Gelenkersatz können dafür geeignet sein.

Darauf aufbauend erläuterte Physiotherapeut Thomas Uhrig Methoden, wie man die Situation von Patienten durch aktive Bewegungsübungen verbessern kann: Dadurch können die Gelenkflächen wieder zentriert und die „Ernährung“ des Knorpels sichergestellt werden. Mit Bewegungsanalysen können auch Gefahren des Gelenkverschleißes im Alltag vermindert werden. Danach stellten Markl und Kiesel die chirurgischen Methoden vor, mit der man der Arthrose in Hüfte und Knie entgegenwirken kann. Ein Implantat ist immer dann sinnvoll, wenn gelenkerhaltene Maßnahmen keine ausreichende Wirkung zeigen. Wie eine solche Operation vonstatten geht und wie moderne künstliche Gelenke beschaffen sind, zeigten die Chirurgen an anschaulichen Beispielen. Letztlich wagte Chefarzt Zimmermann einen Blick in die Zukunft und zeigte, wie die autologe Plasmatherapie und individualisierte Knieprothesen den Patienten helfen können.