Mannheim Teehaus

Die Gäste beim exklusiven Abendessen im Teehaus. Foto: Stadt Mannheim

Mit einem Garten „Aus der Region – für die Region“ beteiligt sich die Stadt Mannheim an der Internationalen Gartenbauausstellung in Qingdao 2014 („Qingdao Expo“). Auf einer rund 1.100 Quadratmeter großen, sowohl gartenplanerisch als auch baulich höchst anspruchsvoll gestalteten Fläche wird sich die Stadt an zentraler Stelle auf dem Expo-Gelände einem internationalen Publikum präsentieren. Im Rahmen eines exklusiven asiatisch inspirierten Abendessens im Teehaus des Chinesischen Gartens im Mannheimer Luisenpark stellte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz die Aktivitäten, die auf dem Expo-Gelände und im Stadtgebiet Qingdao geplant sind und die damit verbundenen Möglichkeiten für Wirtschaft, Kulturinstitutionen und das Standortmarketing, vor.

„Die Chancen des Mannheimer Auftritts auf der ‚Quingdao Expo’ liegen in der Stärkung der wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Städten und den sie umgebenden Regionen“, sieht Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. „Gerade auch mit Blick auf die Größe unserer Freundschaftsstadt Qingdao, die mit einer Gesamtbevölkerung von 8,5 Millionen Mannheim um ein Vielfaches übertrifft, ist es ein Ziel, Mannheim und die Metropolregion Rhein-Neckar gemeinsam darzustellen, um die Region mit ihren ca. 2,5 Millionen Einwohnern als einen der bedeutendsten Wirtschaftsstandorte Deutschlands ins Bewusstsein zu rücken. Sowohl deutsche Unternehmen mit Investitionsinteressen in China als auch chinesische Unternehmen mit Interesse an Kooperationen mit deutschen Partnern sollen von diesem Projekt profitieren können“, betonte Kurz die wirtschaftliche Relevanz der Beteiligung an der Expo.

Unter dem Motto „From the earth, for the earth“, womit Ökologie, Umweltverträglichkeit und Ökonomie besonders betont werden sollen, findet die Expo von April bis Oktober 2014 auf einer Gesamtfläche von 240 Hektar mit sieben Themengärten statt. „Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir vor knapp zehn Jahren, als Dr. Kurz noch Fraktionsvorsitzender der SPD war, zusammen den Freundschaftsvertrag mit Qingdao in Mannheim unterschrieben haben“, beschrieb der damalige Erste Bürgermeister Dr. Norbert Egger die Anfänge der deutsch-chinesischen Freundschaft. Ich wünsche mir, dass wir im Rahmen der Expo nächstes Jahr unseren Freundschaftsvertrag zu einem Partnerschaftsvertrag erweitern“, bestärkte Egger die wichtige Beziehung zwischen Qingdao und Mannheim.

Neben der Gestaltung des Gartens liegt auch die Konzeption verschiedener Marketingmaßnahmen und Aktivitäten bei der Stadt Mannheim. Highlight der Mannheimer Beteiligung wird die Woche vom 22. – 28. August 2014 sein, in der verschiedene Veranstaltungen von Kultur und Wirtschaft geplant sind. Die Planer der zentralen Planstelle standen vor einigen Herausforderungen: „Die hügelige Landschaft mit viel Relief bedeutete erhebliche Erdbewegungen zur Begradigung. Zusätzlich spielt der Naturraum und Naturschutz in enger Verzahnung mit der Wirtschaft und Wissenschaft eine wichtige Rolle in China, sodass dies nicht nur bei der Expo, sondern vielmehr auch bei der Planung und Umsetzung berücksichtigt wurde“, beschreibt Joachim Költzsch, Geschäftsführer der Stadtpark Mannheim gGmbH, den Planungsprozess. Der Garten Mannheim, um es in Immobiliensprache auszudrücken, liege in einer 1a-Lage, bedingt durch die nördliche Nachbarschaft, ein großes Amphitheater, und der Ecklage an einer Kreuzung von zwei Wegeachsen. „Die Gartenelemente sind würfelartig, in Anlehnung an unsere Quadratestadt, angeordnet. Die für unsere Metropolregion typischen Bäume und Weinreben wachsen schon“, erklärte Költzsch.

Der Vizepräsident des Sino-German Ecoparks in Qingdao, Shen Lei, referierte über die Funktion und Bedeutung dieser von der deutschen Bundesregierung mitinitiierten Entwicklungszone für nachhaltige Wirtschaft und Technologie: „Dieses ambitionierte Pilotprojekt soll ein Magnet für eine Ansiedlung deutscher aber auch internationaler Unternehmen im High-End-Gewerbe und Dienstleistungssektor sein und eine Plattform zur Demonstration deutscher Technologien und Produkte darstellen“. Der Sino-German Ecopark ist in der Nationalen Entwicklungszone für Wirtschaft und Technologie Qingdaos gelegen und erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 10 Quadratkilometern. Die Konstruktion und Planung des Parks wurde mit dem Masterplan eines deutschen Architektenbüros umgesetzt, der die Gesamtfläche in 45 Prozent Gewerbegebiete, 25 Prozent öffentliche Einrichtungen und Wohngebäude und in 30 Prozent Grünflächen aufteilt. Das Indikatorensystem mit den vier Aspekten wirtschaftlich, umweltfreundlich, ressourcenschonend und gesellschaftsverträglich gewährleiste den Projekterfolg. Die langfristigen Kooperationen im Kulturaustausch, in der Berufsbildung und bei Ausstellungen verschiedener Branchenschwerpunkte stünden im Fokus. „Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass wir das, was Herr Dr. Egger vor 12 Jahren mit diesem Teehaus im Chinesischen Garten im Luisenpark erreicht hat, auch erreichen. Nur umgekehrt, dass in Qingdao langfristig Mannheimer Kunst, Gartenbau, Bildung und Wirtschaft ausgestellt werden“, ergänzte Lei.