Mannheim TKH OCT

Foto: Theresienkrankenhaus Mannheim

Als erstes Deutsches Krankenhaus hat die kardiologische Abteilung unter Leitung von Prof. Dr. Markus Haass am Mannheimer Theresienkrankenhaus (TKH) Anfang Februar 2015 einen Herzkathetermessplatz in Betrieb genommen, in dem Koronarangiographien und OCT (optische Kohärenztomographie) synchron durchgeführt werden können. Die OCT ist ein Verfahren, welches auf Infrarotlichtbasis basiert und in sehr hoher Auflösung Bilder aus dem Inneren der Gefäße darstellen kann. Daher wurde es zuerst in der Augenheilkunde angewendet, wird aber seit wenigen Jahren auch in der Koronardiagnostik eingesetzt.

Außergewöhnliche Feindiagnostik

Die synchrone Live-Darstellung der Herzkranzgefäße mittels Röntgenkontrastmittel und hochauflösender OCT erlaubt eine außergewöhnliche Feindiagnostik im Gefäßinneren. Herzstück der Anlage ist ein riesiger 57-Zoll-Monitor über dem Behandlungstisch, auf dem zeitgleich alle für den Mediziner wichtigen Informationen dargestellt werden können: medizinische Werte, Live-Röntgenbild und der dreidimensionale Blick ins Innere der Arterie.

TKH OCT

Foto: Theresienkrankenhaus Mannheim

Die Durchführung entspricht einer normalen Herzkatheteruntersuchung: Zunächst wird ein Führungsdraht über die Arm- oder Leistenarterie in das zu untersuchende Koronargefäß gelegt und darüber der OCT-Katheter eingeführt. Der Katheter wird dann automatisch ein Stück zurückgezogen und das Gefäß vermessen. Sofort generiert der Computer ein dreidimensionales Bild aus dem Inneren des Gefäßes, einen Querschnitt sowie eine dreidimensionale Draufsicht. Diese Informationen werden gespeichert und können millimetergenau abgefahren und ausgewertet werden.

OCT liefert außerdem detailgenaue Infos über Gefäßwand-Veränderungen

Das Verfahren wird vorwiegend dann eingesetzt, wenn die konventionelle Angiographie an ihre Grenzen stößt. So kann z.B. das Ausmaß einer Gefäßeinengung im Querschnitt genau charakterisiert werden. Die OCT liefert außerdem detailgenaue Informationen über Veränderungen der Gefäßwand (z.B. instabile arteriosklerotische Plaques) und die Entfaltung und das Einheilen von Stents lässt sich überprüfen. Dr. Michael Wurz, leitender Kardiologie-Oberarzt, ist begeistert von der neuen Technik: „Diese Art der Bildgebung ist ein Meilenstein in der Diagnostik und besitzt großes Potenzial bei bisher unklaren Befunden das therapeutische Vorgehen maßgeblich zu beeinflussen.“