Heute, am 22. September 2015, wird Block 9 des Großkraftwerks Mannheim (GKM) offiziell eröffnet. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg e.V., bewertet den Betrieb des Kohlekraftwerkes als energiewirtschaftliche Fehlentscheidung und als einen klimapolitischen Irrweg. „Statt den Neubau von Kohlekraftwerken zu feiern, fordert der BUND von der Landesregierung einen Plan zum Ausstieg aus der Kohlekraft, ohne den die selbst formulierten Klimaschutzziele nicht zu erreichen sind”, so der BUND. Der Umweltschutzverband bildet heute eine Menschenkette für den Klimaschutz auf dem Schlossplatz in Stuttgart.

BUND: „Inbetriebnahme von Block 9 setzt ein völlig falsches Signal“

„Die offizielle Inbetriebnahme von Block 9 setzt ein völlig falsches Signal und stellt die Glaubwürdigkeit der Klimaschutzpolitik infrage. Hier wird ein Klimakiller gefeiert, der über Jahrzehnte das Klima aufheizen wird. Gleichzeitig verhandeln Staaten im Dezember bei der Klimakonferenz in Paris darüber, wie das Klima besser geschützt werden kann“, sagt Dr. Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg. Zudem täusche die Einweihungsfeier darüber hinweg, dass Mensch und Natur in der Region durch das Kraftwerk mit erheblichen Schadstoffen wie Quecksilber, Stickoxiden und Feinstäuben belastet würden.

„Nach Aussagen des Unternehmensvorstands Markus Binder soll Block 9 mindestens 40 Jahre in Betrieb und über das Jahr 2050 hinaus noch am Netz sein“, teilt der BUND mit. „Damit ist das Klimaschutzziel der CO2-Reduktion um 90 Prozent nicht zu erreichen. Das ist eine klare Kampfansage an den Klimaschutz. Die Eigentümer vom GKM stellen die eigenen Profitinteressen über die gesellschaftliche Verantwortung“, kritisiert die Landesvorsitzende.

„Energiewende muss vorankommen, damit Kohlekraftwerke schnellstmöglich überflüssig sind“

Statt in Kohle sollte in den Ausbau der Erneuerbaren Energien investiert und Themen wie Energieeffizienz und Energiesparen vorangetrieben werden. „Die Energiewende muss vorankommen, damit Kohlekraftwerke schnellstmöglich überflüssig sind“, so die Landesvorsitzende. „Wir fordern, dass die Landesregierung einen konkreten Plan zum Ausstieg aus der Kohleverstromung und zum Umbau der Energieversorgung in Baden-Württemberg vorlegt.“

Der BUND in Baden-Württemberg hatte 2009 gegen die Baugenehmigung von Block 9 Klage eingereicht. „Denn beim Betrieb des Kraftwerks werden die Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit sowie zum Schutz des Ökosystems nicht eingehalten“, so der BUND. Die Klage wurde vom Verwaltungsgericht Mannheim sowie in der Revision vom Bundesverwaltungsgericht abgelehnt. Eine Verfassungsbeschwerde ist noch anhängig.