Wer sich den Arm bricht hat Schmerzen. So unangenehm dies auf der einen Seite ist, umso wichtiger ist es auf der anderen. Denn Schmerzen haben eine sinnvolle Funktion. Der Körper weist uns damit auf Gefahren hin und die Schmerzen führen dazu, dass wir uns bei Verletzungen schonen und so den Heilungsprozess unterstützen. Werden Schmerzen hingegen chronisch, haben sie diese Funktion verloren. Ungefähr 17 Prozent aller Deutschen sind von langanhaltenden, wiederkehrenden Schmerzen betroffen. Die Leidensgeschichte dieser Menschen ist oft langwierig und frustrierend, die Kosten für das Gesundheitssystem enorm. Ziel einer neuen Studie am ZI in Mannheim ist es, die Prozesse bei der Entstehung chronischer Schmerzen und insbesondere die Rolle von Schmerzlinderung besser zu verstehen, um die Ergebnisse in therapeutische Maßnahmen umsetzen zu können.

Ständige Schmerzen hinterlassen ihre Spuren

Ständige Schmerzen hinterlassen ihre Spuren und das nicht nur in der Lebensqualität: Gehirnareale, die für Verarbeitung von Schmerzen zuständig sind, zeigen veränderte Aktivität. Doch wie genau sehen diese Veränderungen aus? Obwohl die Schmerzlinderung für die Betroffenen meist das vorrangige Ziel darstellt, ist über die Bedeutung der Schmerzlinderung für die Wahrnehmung und Entwicklung chronischer Schmerzen sowie deren Verarbeitung im Gehirn noch wenig bekannt. Das Institut für Neuropsychologie und Klinische Psychologie am ZI untersucht diese Frage im Projekt „Schön, wenn der Schmerz nachlässt“.

Gesucht: Patienten, die unter Fibromyalgie oder chronischen Rückenschmerzen leiden sowie gesunde Kontrollprobanden

Gefördert wird die Studie unter der Projektleitung von Dr. Susanne Becker zur Erforschung von Schmerzlinderung bei Patienten mit Fibromyalgie und chronischem Rückenschmerz von der Baden-Württemberg Stiftung. Mithilfe der funktionellen Bildgebung (MRT) wird die Gehirnaktivität während der Wahrnehmung von Schmerz und Schmerzlinderung aufgezeichnet und diese zwischen Patienten mit chronischen Schmerzen und gesunden Kontrollprobanden verglichen. Gesucht werden Patienten, die unter Fibromyalgie oder chronischen Rückenschmerzen leiden sowie gesunde Kontrollprobanden im Alter von 18 – 65 Jahren. Die Probanden sollten keine opioidhaltigen Medikamente einnehmen, darüber hinaus sollten keine neurologischen Erkrankungen vorliegen. Da bei der MRT-Untersuchung mit Magnetfeldern gearbeitet wird, darf kein Metall im oder am Körper getragen werden (z.B. Herzschrittmacher, permanente Piercings) und keine Schwangerschaft vorliegen. Teilnehmer der zweistündigen Untersuchung erhalten eine Aufwandsentschädigung.

Interessierte melden sich unter:
Tefon 06 21/17 03 63 04 oder
painreward.npsy@zi-mannheim.de (Stichwort „Schmerzlinderung“)