Mannheim SPD Kreisparteitag

Foto: SPD-Kreisverband Mannheim

„Die Konversion ist in den Dienst eines modernen Mannheims zu stellen und soll einen Beitrag zu allen Lagen des Lebens leisten”, so skizzierte der Konversionsbeauftragte der Stadt Mannheim, Dr. Konrad Hummel, seine Ideen und bekam dafür von den Delegierten des Kreisparteitags der Mannheimer SPD am 26. April 2013 großen Beifall. Hummel informierte die Genossinnen und Genossen im Neckarauer Volkshaus über den aktuellen Stand der städtischen Aufgabe, die Militärflächen der US-Streitkräfte in einer Größenordnung von 5.000.000 qm umzuwandeln. Dies ist eine Herausforderung, die unter starker Einbeziehung der Bürgerschaft bewältigt wird. Ein wesentlicher Aspekt des Prozesses sei der Aufbau von Qualitätsmerkmalen in den Bereichen Ökologie, Arbeit, Wohnen, Kultur sowie Bildung, um darüber städtische Entwicklungspotenziale zu definieren und fortzuentwickeln.

„Das Thema Konversion ist mehr als BUGA und Grünzug, so gibt es beispielsweise Projektvorschläge zur Förderung der Elektromobilität, die Gründung einer Europäischen Schule oder das Schaffen von Kulturhöfen”, beschrieb Hummel die Vielfalt der Möglichkeiten. Auch die Prozesse für die Bürgerbeteiligung sind ein sehr wichtiger Punkt bei diesen Aufgaben. Konrad Hummel warb für die Unterstützung des Bürgerbeteiligungsverfahrens. „Es wird entscheidend darauf ankommen, dass alle Bürgerinnen und Bürger Beteiligungschancen und -möglichkeiten bekommen, und nicht nur diejenigen, die in der Lage sind, ihre Interessen selbst zu vertreten.“

Beispielhaft führte SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Eisenhauer für den Bereich „Wohnen” aus, wie wichtig es sei, sich mit der Fragestellung auseinanderzusetzen, welche Wohnungsangebote die Stadt für die künftige Stadtgesellschaft anbieten wolle. „Wir müssen dazu wissen, wie sich die künftige Stadtgesellschaft zusammensetzt, welche Ansprüche sie hat und wie wir unsere Stadtquartiere in der weiteren Entwicklung danach ausrichten können”, so Eisenhauer.

Auch die Delegierten betonten in anschließenden Wortbeiträgen, wie wichtig die richtige Mischung der Angebote sei und dass gerade auch bezahlbarer Wohnraum oberhalb des sozialen Wohnungsbaus nicht zu vernachlässigen sei. Deshalb beschloss der Kreisparteitag, dass sich interessierte Genossinnen und Genossen in den kommenden Monaten intensiv mit den Fragen einer ausgeglichenen Wohnungsbaugestaltung beschäftigen werden. „Dabei ist neben dem unteren, insbesondere auch das mittlere Marktsegment zu berücksichtigen und zu bedienen”, forderte der stellvertretende Kreisvorsitzende Petar Drakul.

Einen weiteren Aspekt in der Diskussion um die Gestaltung einer sozialen Stadt brachte SPD-Kreisvorsitzende Wolfgang Katzmarek ein. „Es geht nicht nur darum, Arbeitsplätze zu schaffen. Die Kriterien von ‚guter Arbeit’ müssen im Rahmen von Unternehmensansiedlungen und Grundstücksvergaben Berücksichtigung finden”, so Katzmarek und brachte dazu einen Antrag des Kreisvorstands ein, der genau dies fordert und von den Delegierten einstimmig angenommen wurde. „Bringt Euch in die Workshops und Foren ein, entwickelt eigene Vorschläge oder diskutiert mit uns bei Facebook”, appellierte Zukunftslotsin Sandra Seidenglanz abschließend an die SPD-Mitglieder und rief zum Mitmachen auf.