Die Neckarauer Stadträtin Marianne Bade betont, dass der Kompaktbahnhof für den Stadtteil Mannheim-Neckarau hinsichtlich der Verkehrsentwicklung und vor allem wegen der Verkehrsentlastung des Stadtteils eines der wichtigsten Projekte ist. „Der auf Höhe der Morchfeldunterführung geplante Bahnhof erleichtert und verbessert die Umsteigemöglichkeiten von S-Bahn zu Stadtbahn und Bus erheblich und führt so zu einer wesentlichen Qualitätsverbesserung des ÖPNV.“ Leider ist es derzeit völlig offen, wann dieses Projekt realisiert wird. Deswegen hat die SPD-Gemeinderatsfraktion eine Anfrage an die Verwaltung gerichtet. Sie will wissen, ob der Kompaktbahnhof an der geplanten Stelle im Bereich der Morchfeldunterführung realisiert werden kann oder ob es zum dortigen Standort abweichende Planungen gibt. Wenn ja, will die SPD wissen, um welche Planungsvarianten es sich handelt und wie hoch die jeweiligen Kosten sind.

Außerdem geht es um die Frage, bis wann spätestens der Bau des Kompaktbahnhofes, z.B. hinsichtlich der anstehenden Änderung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes, realisiert sein muss. Da der Bau- und Finanzierungsvertrag für das Teilstück Mannheim – Karlsruhe bereits unterzeichnet ist, stellt sich die Frage, ob der dort zugrundeliegende Zeitplan bis 2016 hinsichtlich der Fertigstellung des Kompaktbahnhofes eingehalten werden kann.

Die thematisierten Probleme, wie z.B. die Lage der dortigen Dampfdruckleitung für die Fernwärme, sind allen Beteiligten von Beginn an bekannt. Es sei daher nicht nachzuvollziehen, so die SPD, warum sich das Projekt Jahr um Jahr verschiebt und dieser Sachverhalt weiterhin und so lang anhaltend in der Diskussion ist, ohne dass zwischenzeitlich eine zufriedenstellende Lösung gefunden wurde. Die SPD will auch wissen, ob es neben der bekannten Problematik einer möglichen Verlegung der Dampfdruckleitung noch weitere Planungsrisiken gibt.

Der Sprecher der SPD-Bezirksbeiräte Mathias Kohler erinnert daran, dass vor sechs Jahren der Erste Bürgermeister den Gemeinderat informiert hatte, dass „die Überlegungen zur Schaffung einer Kompaktstation an der Friedrichstraße in Neckarau bereits in den 70er Jahren unter Federführung der MVG, heute MVV Verkehr AG und RNV, intensiv verfolgt wurden und bisher nicht umgesetzt werden konnten.“ Man habe schon damals mitgeteilt, dass die Notwendigkeit des Umbaus der Bahnstation Mannheim-Neckarau auf S-Bahnniveau nach Auffassung der Verwaltung die letzte Möglichkeit sei, in absehbarer Zeit an dieser exponierten Stelle einen Kompaktbahnhof zu errichten. Die Verwaltung hatte damals angekündigt, in Zusammenarbeit mit der VRN GmbH alle Möglichkeiten auszunutzen, um die Realisierbarkeit eines Kompaktbahnhofes herbeizuführen. „Man wollte die Optionen zur Fertigstellung bis zum Jahr 2015 nicht durch lange Prüfungen verbauen.“

Der SPD-Ortsverein Neckarau-Almenhof-Niederfeld ist angesichts des Stillstandes in Sorge, dass die Realisierung des Kompaktbahnhofs Neckarau auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben wird bzw. an der dann fehlenden Co-Finanzierung durch das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz scheitert.