Wenn Früh- oder Neugeborene nach einem längeren Klinikaufenthalt entlassen werden, dann ist dies für die Eltern Anlass zur Freude, aber manchmal auch Anlass großer Verunsicherung: Plötzlich fehlt die ständige medizinische Überwachung des Kindes, fehlen die helfenden Hände von Ärzten und Schwestern, fehlen Abläufe, die zur Routine geworden sind. Um den Übergang in den Alltag zu erleichtern, hat die Kinderklinik an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) inzwischen ein Angebot aufgebaut, das dazu beitragen soll, diese Kluft zu überwinden. Diese Elternberatung knüpft ihre Kontakte zu den Familien schon während des Krankenhausaufenthalts.

An zwei Tagen pro Woche sucht Sabine Prellberg Familien auf, die von dem Angebot Gebrauch machen wollen. Dies geschieht entweder noch auf den Stationen oder nach Entlassung der Säuglinge später zu Hause. Insgesamt 25 Familien waren es, seit der Service Anfang des Jahres ins Leben gerufen wurde. „Ein langer Krankenhausaufenthalt von Kindern, die gerade zur Welt gekommen sind, stellt die Eltern-Kind-Bindung vor eine ziemliche Herausforderung“, sagt die gelernte Kinderkrankenschwester, die erfolgreich Fachweiterbildungen in Intensivmedizin und in der Familienberatung absolviert hat. Sie möchte die Familien dabei unterstützen, den Alltag gut zu meistern und auf diese Weise zu einer gesunden körperlichen und psychischen Entwicklung des Kindes beitragen.

Bis zu acht Besuche im Mannheimer Stadtgebiet sind möglich, verteilt auf maximal ein halbes Jahr. Sabine Prellberg bildet so etwas wie einen Dreh- und Angelpunkt bei der Nachbetreuung der Kleinen. Kinderarzt, Kinderklinik, Angehörige, Hebammen, Eltern-Kind-Zentren, Psychologische Beratungsstellen, Frühe Hilfen, Angehörige, Pflegedienste, aber auch kommunale Angebote wie „Willkommen im Leben“ gehören zu dem Netzwerk, das sie gemeinsam mit den Eltern aufbaut.

Die Hälfte ihrer Arbeitszeit verbringt die Familien-Kinderkrankenschwester im Schichtdienst auf der Kinder-Intensivstation. Diese Tätigkeit ist ein entscheidendes Element ihrer Arbeit: Denn zum einen findet auf diesen Stationen das erste vertrauensvolle Kennenlernen zwischen den Eltern und ihr statt. Und zum anderen garantiert ihr der Dienst auf Station, dass sie beruflich immer am Ball bleibt und aus ihrer praktischen Erfahrung heraus genau weiß, worauf es ankommt.