Vortrag

Foto: Theresienkrankenhaus Mannheim

Eigentlich ist es ganz einfach, dem persönlichen Risiko für Arteriosklerose, also der Verkalkung der Blutgefäße, entgegenzuwirken. Das zeigte Dr. Matthias Heinrich Tenholt, Chefarzt der Gefäß- und Endovascularchirurgie am Mannheimer Theresienkrankenhaus eindrucks- und humorvoll in einem Vortrag anlässlich des Deutschen Gefäßtages. Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin initiiert jedes Jahr einen solchen Aktionstag, an dem Interessierte, Patienten und Angehörige einen Einblick in die Welt der Blutgefäße bekommen.

In diesem Jahr galt das Augenmerk den Beinen: Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), auch Schaufensterkrankheit genannt, war zentrales Thema des „Gefäßtages“ am 12. Oktober 2013 im Festsaal des Theresienkrankenhauses, wo man sich untersuchen lassen und aktuelle Informationen zu Risiken und Behandlungsmöglichkeiten der PAVK erhalten konnte. Wer wollte, konnte sich zudem einer schmerzlosen und schnellen Verschlussdruckmessung an der Beinarterie unterziehen und so sein persönliches Risiko für eine Arteriosklerose erfahren. Gab es Hinweise auf eine Gefäßverkalkung, wurden die Patienten an den Hausarzt oder einen Facharzt weiterverwiesen.

„Es ist alles Gefäßsache“, sagte Chefarzt Dr. Tenholt in seinem spannenden Vortrag: „denn wenn die Adern in Ordnung sind, heilt und regeneriert sich der Körper viel schneller. Außerdem sind Sie leistungsfähiger“, empfahl der Gefäßspezialist. Dazu sei nicht viel notwendig: Einerseits eine gesunde Ernährung, andererseits Bewegung. Schon mit etwas Disziplin verbessere sich die Gefäßsituation relativ schnell und die Leistungsfähigkeit eines Menschen nehme zu. Selbstverständlich solle man auch weitere Risikofaktoren, wie z.B. das Rauchen, nach Möglichkeit ausschließen, um einer Gefäßverkalkung entgegenzuwirken. Dabei gab der Mediziner auch Einblicke in sein eigenes Essverhalten: „Schokolade kann ich auch nicht immer widerstehen“, gab er zu. Tenholt zeigte in seinem Vortrag zwei Extreme der menschlichen Entwicklung: Einerseits den bequemen Bürger einer Industriegesellschaft, in der alles zu jeder Zeit verfügbar ist und in der man sich nicht anstrengen muss, um an Nahrungsmittel heranzukommen; andererseits sehr traditionell lebende Menschen in Afrika, die, um mit einfachsten Mitteln ein Tier zu erlegen, am Tag bis zu 20 Kilometer unterwegs sind. „Eigentlich sind wir evolutionär so gemacht, dass wir das aushalten und leisten können. Aber wir entwickeln uns immer mehr von diesem Ursprung der Nahrungsbeschaffung weg. Dadurch entstehen immer mehr Zivilisationskrankheiten wie zum Beispiel die Arteriosklerose“.