Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat der Großkraftwerk Mannheim AG (GKM) die Genehmigung zum Betrieb des Blocks 3 als sogenannte Kaltreserve auch für die Heizperioden 2013/14 und 2014/15 erteilt. Die Kaltreserve dient dazu, die Stabilität in den Übertragungsnetzen aufrecht zu erhalten. Der Block 3 darf nur auf Anforderung durch die Bundesnetzagentur / TransnetBW für maximal 720 Stunden je Winterhalbjahr gleichzeitig mit den anderen vier Blöcken des GKM betrieben werden. Im Regelfall ist nur ein Ersatzbetrieb bei Ausfall eines der anderen vier Blöcke zugelassen. Ab Oktober kann der Block 3 mit seiner elektrischen Leistung von 220 MW nun zusätzlich betrieben werden, wenn im süddeutschen Raum eine Stabilisierung der Stromnetze notwendig sein sollte.

Mit der Genehmigung wird es auch bei einem gleichzeitigen Betrieb aller fünf Blöcke zu keiner Erhöhung der bisher genehmigten Emissionsfrachten kommen. Die Betreiber des GKM haben sich verpflichtet, während der zulässigen Betriebsdauer von Block 3 für die wichtigsten Luftschadstoffe z.T. deutlich abgesenkte Emissionsgrenzwerte bei allen Blöcken einzuhalten. Die Entscheidung wird im Staatsanzeiger sowie im Internet öffentlich bekannt gemacht. Zusätzlich wird die Genehmigung ab der kommenden Woche auf der Internetseite des Regierungspräsidiums unter

www.rp-karlsruhe.de

im Volltext veröffentlicht. Aufgrund der dauerhaften Außerbetriebnahme von mehreren Kernkraftwerken seit Juli 2011 und der damit möglicherweise verbundenen Engpässe bei der Stromversorgung in den Wintermonaten hat das Regierungspräsidium Karlsruhe den Block 3 bereits in den Heizperioden 2011/12 und 2012/13 als Kaltreserve genehmigt. Der Block 3 wurde während dieser Zeit lediglich an sechs Tagen als Reservekraftwerk angefordert und betrieben.

BUND: “Projekt Block 9 beenden”

Tobias Staufenberg, Geschäftsführer beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald, kommentiert die Genehmigung des Regierungspräsidiums: „Die Ausweisung zeigt, dass das GKM durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien zum Auslaufmodell wird. Der Neubau von Block 9 wirkt vor diesem Hintergrund wirtschaftlich als auch ökologisch doppelt absurd. Die Anteilseigner des GKM müssen daher jetzt die Notbremse ziehen und das Projekt Block 9 beenden.“