Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) und ihre Projektpartner Stadt Mannheim, Bombardier Transportation sowie das Institut für Fahrzeugsystemtechnik am Karlsruher Institut für Technologie haben am 24. April 2014 gemeinsam den Bau der ersten Haltestelle mit induktiver Ladetechnik in Mannheim eingeläutet. Damit ist ein weiterer entscheidender Meilenstein für die praktische Anwendung der E-Mobilitätslösung „primove“ erreicht. Im Beisein des Technischen Geschäftsführers der RNV, Martin in der Beek, Mannheims Erstem Bürgermeister und ÖPNV-Dezernenten Christian Specht sowie Jérémie Desjardins, dem Business Leader primove bei Bombardier Transportation, wurde die erste Ladestation mit induktiver Hochleistungs-Ladeplatte auf dem RNV-Betriebshof in der Möhlstraße in Mannheim vorgestellt.

Mit primove können elektrische Fahrzeuge kabellos geladen werden. Damit profitieren Bus-Fahrgäste in Zukunft nicht nur von einem deutlich ruhigeren Fahrerlebnis und einer erheblich geringeren Lärm- und Abgasbelastung, sondern auch von besserer Luft im Stadtgebiet. Allein 180 Tonnen Kohlendioxid, das entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von 74 Autos, werden dadurch eingespart. „Wir wollen den Vorsprung des öffentlichen Verkehrs beim Einsatz umweltfreundlicher Antriebstechnologien weiter ausbauen und auch unseren Busverkehr noch nachhaltiger gestalten“, verriet Martin in der Beek über die Ziele seines Unternehmens. „Die Technologie induktiv geladener Elektrobusse ist für uns ein wichtiger Meilenstein zur Erreichung dieser Ziele. Nun gilt es, die Alltagstauglichkeit der induktiven Ladetechnik durch den anspruchsvollen Einsatz auf einer Stadtbuslinie nachzuweisen“, führte er weiter aus.

Mannheims Erster Bürgermeister Christian Specht hat das Projekt seit Jahren vorangetrieben. „Mit RNV primove haben wir ein zentrales Modellprojekt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zur Elektromobilität nach Mannheim geholt“, betonte der ÖPNV-Dezernent. „In der Geburtsstadt des benzingetriebenen Automobils errichten wir jetzt erste Elemente einer neuen Infrastruktur für CO2-freie und lärmarme Elektromobilität auf weiten Strecken – nicht nur im ÖPNV. Gleichzeitig wollen wir herausfinden, wie die Menschen die Elektrobusse und das neue kabellose Ladesystem wahrnehmen und bewerten.“

„Die für Dieselbusse ausgelegten, zeitlich sehr engen Fahrzeugumläufe sind vollständig mit primove-geladenen Elektrobussen fahrbar“, erklärte Jérémie Desjardins. „Die Ladestellen und -zeiten werden in den gewohnten Busbetrieb integriert ohne die Fahrzeugzahl zu erhöhen“, so Desjardins weiter. „Möglich wird dies, weil wir kleinere, leichtere Batterien mit dem Prinzip des schnellen Gelegenheitsladens kombinieren. Dadurch reicht deren Leistung für den gesamten Tagesbetrieb, und die Lebensdauer der Batterie wird ebenfalls erheblich verlängert.“

Ab Sommer 2014 wird die RNV die Buslinie 63 auf umweltfreundlichen Elektrobetrieb umstellen. Dann verkehren zwei 12 Meter lange E-Standardbusse auf der Stecke zwischen Hauptbahnhof und Pfalzplatz im Stadtteil Neckarau.