Mit seinen Gedanken im Hier und Jetzt bleiben, ohne die Umgebung zu bewerten? Es schaffen, sich nicht in grüblerischen Gedanken über zukünftige Probleme oder vergangene Ereignisse zu verlieren, sondern im gegenwärtigen Augenblick zu bleiben! Dies sind Ziele von Achtsamkeitsübungen. Auch Entspannungsverfahren zielen darauf ab, Körper und Geist zu beruhigen und den Alltagsstress für eine gewisse Zeit am Tag zu reduzieren. Was bewirken solche Therapien in unserem Gehirn und warum wirken sie u.a. bei depressiven Patienten so gut? Aktuelle Forschungen am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim beschäftigen sich mit den Wirkmechanismen von Achtsamkeits- und Entspannungsübungen bei Personen mit ehemaliger Depression.

In einer neuen, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Studie werden Kurzzeiteffekte von Achtsamkeits- und Entspannungsverfahren untersucht. Dabei interessieren besonders der Einfluss auf Stimmung und Denkprozesse im Alltag sowie die dabei beteiligten Verarbeitungsmechanismen im Gehirn. Das Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Christine Kühner und Prof. Peter Kirsch will mit dieser Studie die Wirkungsweise solcher Interventionen besser verstehen.

Gesucht werden rechtshändige Frauen und Männer zwischen 18 und 55 Jahren, die bereits unter Depressionen gelitten haben, aktuell aber nicht depressiv sind. Die Studienteilnehmer sollen auch zurzeit nicht in Psychotherapie sein und keine regelmäßigen Achtsamkeits- oder Entspannungsübungen praktizieren. Im Rahmen der Studie erfolgt ein vierwöchiges Achtsamkeits- oder Entspannungstraining, in dem die Teilnehmer kostenfrei von professionellen Anleitern in eines der beiden Verfahren eingeführt werden. Die in den Sitzungen vermittelten Übungen sollen dann täglich zu Hause geübt werden. Außerdem wird mit den Teilnehmern ein diagnostisches Interview geführt und einige Fragebögen sind auszufüllen. Weiterhin geplant sind das mehrtägige Führen eines elektronischen Smartphone-basierten „Tagebuchs“ zu Gedanken und Gefühlen in Kombination mit Speichelproben für eine Stresshormonmessung sowie Messungen der Gehirnaktivität im Kernspintomographen (MRT). Für die vollständige Teilnahme an der Studie wird eine Aufwandsentschädigung von bis zu 150 Euro gezahlt.

Interessierte können sich melden unter:
Telefon 06 21/17 03-63 43
bettina.ubl@zi-mannheim.de (Dipl.-Psych. Bettina Ubl) oder
christina.timm@zi-mannheim.de (Masterpsych. Christina Timm)