Mannheim Reißinsel

Die Reißinsel ist das älteste Naturschutzgebiet Mannheims. Foto: Stadt Mannheim

Aufgrund des Hochwassers und der damit verbundenen Aufräumarbeiten musste sie rund vier Wochen länger für Besucherinnen und Besucher geschlossen bleiben, jetzt ist die Reißinsel wieder geöffnet für alle, die dort Erholung suchen. Die Reißinsel ist das älteste Naturschutzgebiet Mannheims. Sie wurde bereits 1950 unter Schutz gestellt. Der Name „Reißinsel“ geht zurück auf den früheren Eigentümer Carl Reiß, der die Insel testamentarisch der Stadt 1914 vermacht hat. In dem Testament wurde festgelegt, dass „… die Insel möglichst in dem jetzigen Zustand zu belassen und der öffentlichen, allgemeinen Benützung zu übergeben“ ist.

Seit einem Gemeinderatsbeschluss von 1990 ist die Reißinsel jährlich im Zeitraum vom 1. März bis 1. Juli gesperrt. Diese Sperrung war notwendig geworden, um der Natur, insbesondere der Vogelwelt, die Möglichkeit zu geben, sich zu erholen bzw. ungestört die Jungen aufzuziehen. Mehrfache Zählungen zeigen, dass auf der Reißinsel bis zu 60 verschiedene Vogelarten brüten. Darunter sind u.a. der Eisvogel, Rohrsänger, Steinkauz oder der Pirol, die seit der regelmäßigen Sperrung ungestört brüten und ihre Jungen großziehen können. Auch die Pflanzenwelt hat so Zeit, sich zu regenerieren und ihren einzigartigen Charakter als Auenwald zu entfalten. Der Wilde Wein, die Urform der heutigen Kulturrebe, war vor 200 Jahren noch in vielen naturnahen Auenwäldern entlang des Rheins heimisch. Heute findet man den Wilden Wein nur auf der Reißinsel und auf der Ketscher Rheininsel. Diese natürliche Auenlandschaft wird wie in Urzeiten durch den Rhein regelmäßig überflutet und kann dadurch eine einzigartige Artenfülle entfalten.

Nach ihrer Aufnahme in die Liste der Flora-Fauna-Habitat-Gebiete, untersteht die Reißinsel einem strengen europaweiten Schutzstatus. Pflegemaßnahmen müssen mit den Managementplänen des FFH-Gebiets im Einklang stehen. 21 Hektar der Insel sind als Bannwald ausgewiesen. Hier unterbleibt jede Art der Nutzung. Die Freiburger Forschungs- und Versuchsanstalt untersucht übrigens, wie sich der Auenwald ohne menschliche Einflüsse mit der Zeit urwaldähnlich entwickelt.

Um die Reißinsel langfristig mit ihrer einzigartigen Vielfalt zu sichern, werden alle Besucherinnen und Besucher gebeten, die Regeln für dieses Schutzgebiet zu beachten und ihren Beitrag zum Erhalt der Reißinsel zu leisten. Zu diesen Regeln zählen u.a. das Verbot zum Verlassen der Wege und die Mitnahme von Fahrrädern oder Hunden.