Klärwerk Mannheim

Der Minister bei der Besichtigung der Pulveraktivkohle-Anlage im Mannheimer Klärwerk. Foto: Thomas Troester / Stadt Mannheim

Im Sommer 2010 nahm die bundesweit erste Pulveraktivkohle-Anlage (PAK) im großtechnischen Maßstab zur gezielten Elimination von Spurenstoffen im Abwasser im Klärwerk Mannheim ihren Betrieb auf. Zunächst wurde nur ein Teilstrom des Abwassers behandelt, jetzt wurde die Anlagenkapazität auf 90 Prozent des Abwasserstroms ausgebaut. Die Gesamtkosten betragen 6,8 Millionen Euro. Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat für diese Maßnahme rund 1,4 Millionen Euro Zuschuss bewilligt. Umweltminister Franz Untersteller überbrachte den Förderbescheid am 17. Oktober 2013 im Klärwerk Mannheim.

„Wir freuen uns, dass der Förderantrag so rasch genehmigt wurde“, sagte die Mannheimer Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala bei der Begrüßung und versicherte, man werde noch in diesem Jahr mit der Ausbaumaßnahme beginnen. „Als Kommune sehen wir den Handlungsbedarf vorerst im abwassertechnischen Bereich, um die Umwelt und damit das Wohl der Allgemeinheit zu schützen – auch wenn der Gesetzgeber hierzu noch keine entsprechenden Maßnahmen vorgibt“, erklärte Kubala.

Minister Untersteller bezeichnete die PAK-Anlage als richtungsweisendes Abwasserprojekt. Mannheim gehöre zu den Pionieren, wenn es um die Elimination von Spurenschadstoffen gehe. Er dankte der Stadt für ihr Engagement. Mannheim habe einen großen Anteil an der Vorreiterrolle des Landes in Sachen Spureneliminierung, so der Minister in seiner Ansprache.

In der PAK-Anlage werden organische Spurenschadstoffe (z.B. Reststoffe von Medikamenten, Röntgenkontrastmittel oder Haushaltschemikalien) aus einem Teilstrom des gereinigten Abwassers entfernt. Dank verfeinerter Messmethoden können diese organischen Spurenschadstoffe auch in geringen Mengen im Oberflächengewässer nachgewiesen werden. In Zukunft muss mit höheren Konzentrationen (u.a. aufgrund des demografischen Wandels) gerechnet werden. Deshalb müssen wirksame Maßnahmen für den Gewässerschutz ergriffen werden. Die Wirksamkeit des PAK-Verfahrens wurde im Rahmen verschiedener messtechnischer Untersuchungen bestätigt. Die Arbeit der Versuchsanlage wurde von der Hochschule Biberach wissenschaftlich begleitet.