Die Mannheimer Bevölkerung ist in den vergangenen Jahren mobiler geworden. Dabei werden häufiger das Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel genutzt, mit dem Auto hingegen fahren die Mannheimer seltener als noch vor fünf Jahren. Zu diesen Kernergebnissen kommt die Auswertung der Verkehrserhebung „Mobilität in Städten – SrV“, die die Technische Universität Dresden im Auftrag der Stadt Mannheim für das Jahr 2013 durchgeführt hat. Demnach werden in Mannheim die Verkehrsmittel des Umweltverbundes (zu Fuß, mit dem Fahrrad oder im ÖPNV) häufiger genutzt als in Städten vergleichbarer Größe, Zentralität und Topographie.

Seit 2008: Zuwachs der von den Bürgern mit dem Rad zurückgelegten Wege von fünf Prozent

„Mannheim weist innerhalb vergleichbarer Teilnehmer-Städte den drittniedrigsten Anteil im motorisierten Individualverkehr aus“, hebt Bürgermeister Lothar Quast hervor. „Zeitgleich hat Mannheim auch das im 21-Punkte-Programm für mehr Radverkehr gesetzte Ziel einer Steigerung des Radverkehranteils erreicht: Gegenüber der letzten Erhebung im Jahr 2008 gab es einen Zuwachs der von den Bürgerinnen und Bürgern mit dem Rad zurückgelegten Wege von fünf Prozent.“ Entwicklungspotenziale zur weiteren Stärkung des Radverkehrs in Mannheim bieten sich im Berufsverkehr. Außerdem werden von den Mannheimern ein Drittel der Wege in einem Entfernungsbereich zwischen ein und drei Kilometern mit dem Auto zurückgelegt, hier wird ebenfalls noch Potenzial für eine vermehrte Radnutzung gesehen.

Zufrieden schaut auch Erster Bürgermeister und ÖPNV-Dezernent Christian Specht auf das Ergebnis der Verkehrserhebung: „Wir verfügen über ein großflächiges, hochmodernes Bus- und Schienennetz, das sich immer weiter entwickelt, so dass sich künftig hoffentlich noch mehr Bürgerinnen und Bürger in Mannheim und der Metropolregion Rhein-Neckar entscheiden, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.“

An der Erhebung nahmen über 300 Städte und Gemeinden teil

Laut der Verkehrserhebung zeigt auch die mit dem Auto erzeugte Fahrleistung eine sinkende Tendenz. Dabei ist die PKW-Motorisierung in Mannheim weiter gestiegen und der Anteil der Führerscheinbesitzer vor allem in den oberen Altersklassen nimmt zu. Die Erhebung, an der über 300 Städte und Gemeinden teilnahmen, dient der Ermittlung von Mobilitätskennwerten der städtischen Wohnbevölkerung und findet alle fünf Jahre statt. Mannheim beteiligte sich 2013 zum zweiten Mal nach 2008 am Projekt. Gegenstand der Untersuchung ist das werktägliche Verkehrsverhalten der Wohnbevölkerung, das durch Haushaltsbefragungen ermittelt wird. Die Stichprobe umfasste im System repräsentativer Verkehrsbefragungen (SrV) 2013 in Mannheim 1.022 befragte Personen.

Der Abschlussbericht „Entwicklung des Verkehrsverhaltens der Mannheimer Bevölkerung“, der neben den Aussagen zu Verkehrsmittelwahl auch Ergebnisse zu Mobilität und Fahrzeugausstattung, Verkehrszwecken und Reisezeiten enthält, wird künftig auch über das Bürgerinformationssystem einsehbar sein. Mittels dieses Berichts verfügen Planung und Politik über aktuelles und vergleichbares Datenmaterial zur Analyse der Entwicklung des Einwohnerverkehrs und zur Ableitung von entsprechenden Zielvorstellungen für die Zukunft.