Fast jeder zweite Deutsche erlebt im Laufe seines Lebens mindestens eine traumatische Erfahrung. Auch die täglichen Nachrichten zeugen von der Allgegenwart überwältigender Situationen, wie Verkehrsunfälle, Überfälle oder andere Unglücke. Gemeinsam ist diesen schrecklichen Ereignissen, dass Leben oder Gesundheit ernsthaft gefährdet waren und die Betroffenen mit starker Angst, Hilflosigkeit oder Entsetzen reagierten. Wie sich diese Erfahrungen auf das Gedächtnis und sogar auf die Schmerzverarbeitung auswirken, beschäftigt ein Forscherteam am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim unter der Leitung von Prof. Herta Flor.

Erlebt der Betroffene das traumatische Ereignis als zu überwältigend, kann es in der Folge zur Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) mit Symptomen wie vermehrter Ängstlichkeit, ständigem Vermeidungsverhalten oder gesteigerter Anspannung kommen. Wie das Team von Prof. Herta Flor (Wissenschaftliche Direktorin des Instituts für Neuropsychologie und Klinische Psychologie am ZI) zeigen konnte, wirken sich solch einschneidende Erfahrungen jedoch nicht nur auf die Seele aus. Vielmehr konnten die Mannheimer Forscher bereits Veränderungen beim Gedächtnis und der Schmerzverarbeitung Betroffener nachweisen.

Eine zentrale Fragestellung der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Studie besteht darin, zu klären, warum manche Traumatisierte in der Lage sind, das Geschehene gut zu verarbeiten, während Andere eine PTBS entwickeln. Angetrieben werden die Forscher dabei von der Hoffnung, den Entstehungsmechanismus der Störung vollständig zu verstehen und dadurch langfristig effektivere Therapien entwickeln zu können.

Für diese Studie werden sowohl Teilnehmer gesucht, die bereits traumatische Ereignisse erlebt und diese gut verarbeitet haben, als auch Personen, welche seither unter Symptomen der PTBS leiden. Die Studie konzentriert sich auf die Verarbeitung bildhafter Reize und wird entweder im Kernspintomographen oder mittels Elektroenzephalographie durchgeführt, um Rückschlüsse auf die Reizverarbeitung im Gehirn zu ermöglichen. Betroffene mit Symptomen der PTBS erhalten darüber hinaus die Möglichkeit, an einer kognitiven Verhaltenstherapie teilzunehmen. Diese Behandlungsform zählt zu den erfolgreichsten Therapiearten bei PTBS und wird am ZI als bewährtes Standardverfahren eingesetzt.

Interessierte für eine Studienteilnahme oder für das Therapieangebot können Namen und Telefon-Nr. (unter Angabe des Stichwortes „Posttraumatische Belastungsstörung“) auf dem Anrufbeantworter hinterlassen beim:
Projekttelefon 06 21/17 03-63 21