Mannheim Kubala Kongress

Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala bei der Eröffnung des Kongresses „Spurenstoffe in der aquatischen Umwelt”. Foto: Stadt Mannheim

Der Kongress „Spurenstoffe in der aquatischen Umwelt“ am 11. Juli 2013 im Congress Center Rosengarten in Mannheim hat sich mit den Auswirkungen von Spurenstoffen wie Arzneimitteln, Bioziden oder Ähnlichem auf das Ökosystem in Gewässern sowie auf die Trinkwassergewinnung beschäftigt. Im Rahmen einer Fachexkursion am 10. Juli zur Kläranlage Mannheim konnten die Teilnehmer Einblick in die praktische Spurenstoffelimination gewinnen.

„Ich freue mich, bei diesem Kongress einen breiten Teilnehmerkreis aus der Wasserwirtschaft, Ver- und Entsorgungsbetrieben, Vertretern der Ärzte- und Apothekerkammern, der Pharmaindustrie und der Wissenschaft in Mannheim willkommen heißen zu dürfen“, begrüßte die Umweltdezernentin Felicitas Kubala. Durch diesen Kongress werde das Thema „Spurenstoffe in der aquatischen Umwelt“ interdisziplinär behandelt und somit der gesellschaftlichen Bedeutung und Verantwortung dieses Themas Rechnung getragen. Die Diskussion der verschiedenen Fachrichtungen über das Thema „Spurenstoffe“ sei unter gesellschaftlichen, ökologischen, wirtschaftlichen und sozial-medizinischen Aspekten sehr sinnvoll, so Kubala weiter.

„Zu einer gelungenen Veranstaltung zählt immer auch ein angenehmer Tagungsort. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir hier in Mannheim sein dürfen“, dankte Wolfgang Schanz, DWA Landesverband Baden-Württemberg. Während des Kongresses galt es Fragen zu klären, wie „Was verbirgt sich hinter dem Begriff Spurenstoffe?“, „Wie wirken sich diese auf den Menschen bzw. auf die Ökosysteme aus?“, „Wie können diese vermieden, beseitigt bzw. behandelt werden?“ und „Wie wird dieses Thema in der Öffentlichkeit kommuniziert?“

„Mannheim ist für diese Veranstaltung bestens prädestiniert, da schon weit vorausschauend eine Anlage zur Spurenstoffelimination im Klärwerk genutzt wird – bereits seit drei Jahren als eine der ersten. Die Spurenstoffelimination mit Pulveraktivkohle ist noch eine relativ neue Technologie und nach dem praxisbezogenen Einstieg am Vortag des Kongresses gilt es nun, die theoretischen Überlegungen in den Vordergrund zu stellen“, fasste MD Helmfried Meinel, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, die Intention des Kongresses zusammen.

Der Kongress, gemeinsam von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA), dem Landesverband Baden-Württemberg und dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg veranstaltet, beschäftigte sich in drei Themenblöcken zu diesen theoretischen Überlegungen: Im ersten Themenblock „Gewässer als Spiegel menschlicher Aktivitäten – Wirkung und Folgen“ wurde über die Risiken und Maßnahmen zu deren Vermeidung bzw. Verminderung von Spurenstoffen, verschiedene Testmethoden und über die Transparenz der Öffentlichkeit gegenüber, referiert.

Der zweite Themenblock „Vom Spurenstoff zum Schadstoff – Bewertungskriterien und Risiken“ widmete sich der Ableitung und Funktion von Umweltqualitätsnormen, der Relevanz einer Standardisierung von Mess- und Analytikverfahren, den Transformationsprodukten von Spurenstoffen und der Fragestellung, welche Konsequenzen die zunehmende Analysegenauigkeit bzw. -sensibilität für die Bewertung der Stoffe trägt. Der letzte Themenblock mit dem Thema „Welchen Preis hat unsere Lebensqualität? Strategien, Konzepte, Denkanstöße“ handelte von Grundkonzepten zur Verringerung bzw. Vermeidung von Spurenstoffe, der Kläranlage als wichtiger Baustein der Spurenstoffelimination und den Kosten-Nutzen-Aspekten.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion konnten die Teilnehmer, zusätzlich zu der Möglichkeit jeweils zwischen den Themenblöcken, Fragen und Thesen mit Fachexperten austauschen.