Mannheim Fahrräder an Flüchtlinge

Klimafreundlich mobil: Die Klimaschutzagentur Mannheim übergibt Fahrräder an Flüchtlinge. Foto: Stadt Mannheim

„Alte Räder für den guten Zweck“: Unter diesem Motto wurden beim Freiwilligentag der Metropolregion Rhein-Neckar im September 2014 defekte Räder wieder zum Laufen gebracht. Nun wurden die ersten sieben Fahrräder an das Flüchtlingsheim auf dem Benjamin-Franklin-Gelände in Mannheim übergeben.

Sie bringen einen schnell von A nach B, halten fit und sind zudem klimafreundlich. Radfahren verbindet gleich drei Vorteile auf einmal. Doch das Fahrrad kann noch mehr. Denn es ermöglicht gerade Menschen mit kleinem Geldbeutel, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. „Die Möglichkeit, mobil zu sein, hat eine große Bedeutung für die Integration: Da Flüchtlinge keinen Anspruch auf Fahrkarten für die öffentlichen Verkehrsmittel haben, ist das Rad oft die einzige Möglichkeit der Fortbewegung“, betont die Sozialarbeiterin Ulrike Manthey von der Diakonie Mannheim. „Die Nachfrage ist groß, schließlich sind die Anfahrtswege zum Benjamin-Franklin-Gelände lang und das Busticket oft zu teuer.“

Bürgerschaft spendete Fahrräder

Die Idee, alte Räder für Flüchtlinge zu reparieren, kam dem Initiator des Projekts, Dieter Rohde, schon vor einiger Zeit. Begonnen hat alles mit der Fahrrad-Reparatur-AG an der Geschwister-Scholl-Werkrealschule, die er seit September 2011 leitet. „Hier lernen die Schülerinnen und Schüler, wie man platte Reifen flickt, Bremsen austauscht und Ketten ölt“, so Rohde. „Durch einen Spendenaufruf haben wir zahlreiche gebrauchte und reparaturbedürftige Fahrräder von Bürgerinnen und Bürgern erhalten und nach und nach wieder in Schuss gebracht. Diese Räder geben wir nun gerne weiter.“

Finanziell unterstützt wurde das Projekt durch die Klimaschutzagentur Mannheim. „Das Projekt ist in vielfacher Hinsicht nachhaltig. Die Umwelt wird geschützt, die neuen Radbesitzer sind klimafreundlich mobil und die ‘Schrauber’ konnten einiges lernen. In diesem Zusammenhang möchten wir einen besonderen Dank an die Helfer des Freiwilligentages richten, die die Fahrräder sehr sorgfältig aufbereitet haben“, ergänzt Caroline Golly, Mitarbeiterin der Klimaschutzagentur Mannheim.