Wissenschaftler der Klinischen Forschergruppe 256 am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim und des Zentrums für Psychosoziale Medizin (ZPM) des Universitätsklinikums Heidelberg gehen in neuen Studien der Frage nach, ob die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) heilbar ist. Die BPS ist eine schwerwiegende psychische Störung, die meist in der Adoleszenz deutlich wird und unbehandelt einen chronischen und schweren Verlauf nehmen kann. Die Betroffenen leiden unter heftigen Gefühlsschwankungen und haben Schwierigkeiten, stabile und enge Beziehungen aufzubauen. Kaum erträgliche Anspannungszustände können sich in schwer zu kontrollierenden Gefühlsausbrüchen oder auch Selbstverletzungen äußern.

Im Fokus der neuen Studien steht die Emotionsregulation bei Menschen mit und ohne Borderline-Persönlichkeitsstörung. In den vergangenen Jahren ist die Entwicklung von Therapieansätzen, wie z.B. die Dialektisch Behaviorale Therapie, dank zahlreicher wissenschaftlicher Studien weit fortgeschritten. Weitgehend unklar bleibt jedoch, welche Bereiche trotz erfolgreicher Therapie weiterhin beeinträchtigt sind. Die neuen Studien untersuchen daher, wie Menschen mit Stress umgehen, Schmerz verarbeiten, Impulse und Emotionen regulieren sowie Gefühle ihrer Mitmenschen wahrnehmen und auf diese reagieren. Ziel ist es, die hirnorganischen Grundlagen und Mechanismen der gestörten Emotionsregulation aufzuklären und Einblicke in die Entstehung und den Verlauf der Borderline-Persönlichkeitsstörung zu erhalten, um so zur Entwicklung einer effizienten Therapie und möglicherweise sogar zur Prävention beizutragen. Die Klinische Forschergruppe 256 unter der Leitung von Prof. Christian Schmahl (Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin am ZI) bringt die entsprechenden Kompetenzen ihrer Mitglieder zusammen: Klinische Fachkompetenz für die Borderline-Persönlichkeitsstörung bei Erwachsenen und Jugendlichen.

Gesucht werden Probandinnen im Alter von 18 – 50 Jahren, die als Jugendliche oder junge Erwachsene unter den oben genannten Problemen gelitten oder die Diagnose Borderline-Persönlichkeitsstörung erfüllt haben, sich heute aber weniger belastet oder sogar geheilt fühlen. Die Teilnehmerinnen sollten keine Drogen konsumieren und nach Möglichkeit keine Psychopharmaka regelmäßig einnehmen. Im Rahmen der Studien wird eine ausführliche psychologische Diagnostik erhoben und Untersuchungen im Labor und im Kernspintomographen durchgeführt. Die Kosten für Anfahrt, Unterkunft und Verpflegung werden übernommen. Zudem erhalten die Teilnehmerinnen eine Aufwandsentschädigung und auf Wunsch eine kostenlose Beratung durch die Studienärzte.

Interessierte können sich melden unter:
Telefon 06 21/17 03-44 64 oder
info.bps-studie@zi-mannheim.de

Weitere Informationen:
www.kfo256.de