Mannheim Ärztefortbildung

Foto: Theresienkrankenhaus Mannheim

In der vergangenen Woche trafen sich am Mannheimer Theresien-Krankenhaus mehr als 160 Kardiologen aus der gesamten Metropolregion zur so genannten „Elefantenrunde“. Diese hochkarätig besetzte ärztliche Fortbildung für Herzspezialisten wird jährlich von den Universitätskliniken Heidelberg und Mannheim sowie dem Theresienkrankenhaus organisiert. Deshalb referierten die Chefärzte der jeweiligen Kliniken, Prof. Dr. Martin Borggrefe, Prof. Dr. Hugo Katus und Prof. Dr. Markus Haass, und machten als Kardiologie-Koryphäen dem Titel „Elefantenrunde“ alle Ehre. Als Gastredner war zusätzlich Prof. Dr. Wolfgang Kübler geladen, einer der bedeutendsten Wegbereiter der Kardiologie in Deutschland und emeritierter Ordinarius der Universität Heidelberg.

Diese Ärztefortbildung fand zum zehnten Mal statt. Moderiert wurde der Abend vom niedergelassenen Heidelberger Kardiologen Dr. Dr. Bernhard Kuhn, der in seiner Einleitung kurz auf das Jubiläum und das Thema „Kardiologie in Bewegung“ einging. Demnach habe sich in der letzten Dekade in der Herzmedizin sehr viel verändert: Ein rasanter technischer Fortschritt, eine geringere Arbeitszeit der behandelnden Ärzte und auch eine bessere Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Medizinern und ihren klinischen Kollegen sei zu beobachten.

Mannheim Fortbildung TKH

Foto: Theresienkrankenhaus Mannheim

Auf die Zusammenarbeit und Konkurrenz in der kardiologischen Profession ging Prof. Dr. Kübler in seinem Vortrag ein. Er blickte zurück auf die 1950er Jahre, in denen sich die Kardiologie als spezielle Fachrichtung der Inneren Medizin erst entwickelte. Damals erzielte insbesondere die Herzchirurgie zahlreiche Erfolge und brachte mit spektakulären Innovationen wie z.B. dem Bypass und der Intubationsnarkose die Medizin voran. Lange führte die konventionelle, nichtoperative Kardiologie ein Schattendasein gegenüber den chirurgischen Kollegen. Heute habe sich dieses Verhältnis aber ausgeglichen. Allerdings, so kritisierte Kübler, befänden sich die Kardiologen heute in einem anderen Dilemma: Die medizinische Indikation stehe manchmal versus dem ökonomischen Erfolg.

Prof. Dr. Markus Haass widmete sich in seinem Vortrag dem Hypertonus, also dem Bluthochdruck. Hier stellte der Mediziner an sein Auditorium die Frage, wann denn nun ein krankhafter Bluthochdruck vorliege. Damit spielte er auf unterschiedliche Messzeitpunkte und die optimale Messposition am Körper an, die sich häufig unterscheiden und aufgrund der unterschiedlichen Ergebnisse sowohl Patienten wie auch Medizinern häufig Sorgen bereiten. Derzeit, so erläuterte Haass, werden neue Leitlinien angestrebt, die einen maximalen Blutdruckwert von 140/90 präferieren. Gleichzeitig ging der Kardiologe neben medikamentösen Therapien auch auf die persönliche Umstellung von Lebensgewohnheiten ein: Er zeigte, wie viel es für den Blutdruck bringt, wenn man z.B. mit dem Rauchen aufhört, das Gewicht reduziert oder regelmäßig Sport treibt. Alle diese Möglichkeiten bringen eine geringe Reduktion der Blutdruckwerte mit sich. Haass betonte, dass eine erfolgreiche Therapie stets auch eine individuell angepasste sein müsse.

Prof. Dr. Martin Borggrefe widmete sich in seinem Referat den „Highlights aus der Rhythmologie“, also den Herzrhythmusstörungen und ihrer Therapie. Herzrasen, Schwindelanfälle und Synkopen sind Symptome dieses Leidens und können durch Ruhe- und Belastungs-EKG, Echokardiographie und Kernspintomographie diagnostiziert werden. Hier ging Borggrefe auf moderne medikamentöse und operative Therapiemethoden ein, darunter z.B. die Schrittmachertechnik.

Der Heidelberger Herzspezialist Prof. Dr. Hugo Katus ging in seinem Vortrag auf Behandlungsoptionen bei schwerer Herzinsuffizienz ein und erläuterte sowohl medikamentöse wie auch operative Verfahren, die mit einer persönlichen Lebensumstellung einhergehen müsse. Die Prognosen für diese Verfahren seien in den letzten Jahren zunehmend besser geworden.