Schwere Traumata können anhaltende Spuren bei den Betroffenen hinterlassen. Oft wird das Ereignis plötzlich wiedererlebt. Dabei laufen Bilder und Gefühle wie ein Film unkontrolliert im Kopf ab und sogar körperlich wird das schreckliche Erlebnis wieder nachempfunden. Für Studien zur Wahrnehmung und Bewältigung von Gefühlen suchen jetzt Wissenschaftler am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim und am Zentrum für Psychosoziale Medizin (ZPM) des Universitätsklinikums Heidelberg Frauen mit Traumafolgen.

Mit neuen Studien am ZI und am ZPM untersucht die Klinische Forschergruppe (KFO 256), wie von Traumata betroffene Frauen die Gefühlsregungen ihrer Mitmenschen wahrnehmen und wie sie ihre eigenen Gefühle bewältigen können. Denn die Betroffenen fühlen sich schlagartig in die Situation zurückversetzt, was auch dazu führen kann, dass zukünftig alle Situationen gemieden werden, die an das belastende Ereignis erinnern. Auch Albträume, Ängste sowie dauerhaft erhöhte Anspannung sind typische Begleiter.

Die KFO 256 bringt verschiedene Fachkompetenzen ihrer Mitglieder zusammen: Klinische Fachkompetenz für die Borderline-Persönlichkeitsstörung bei Erwachsenen und Jugendlichen sowie die Fachkompetenz in Neuropsychologie, Bildgebung, Genetik und Tierforschung. Gefördert wird die KFO seit 2012 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für einen Zeitraum von drei Jahren. An der Studie teilnehmen können Frauen, die unter den Folgen schwerwiegender Erlebnisse leiden oder möglicherweise bereits von einem Arzt die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung erhalten haben. Voraussetzung ist ein Lebensalter zwischen 18 und 50 Jahren. Anzahl und Dauer der Termine können individuell vereinbart werden. Die Teilnehmerinnen erhalten eine finanzielle Aufwandsentschädigung und auf Wunsch eine kostenlose Beratung durch die Studienärzte.

Ansprechpartnerin für Fragen und Anmeldung:
Marija Gligorijevic, Telefon 06 21/17 03-44 64 oder
info.bps-studie@zi-mannheim.de

Weitere Informationen:
www.kfo256.de