Mannheim Greenpeace Aktion

Foto: Greenpeace Mannheim – Heidelberg

Aus Protest gegen Billigfleisch bei McDonald‘s kennzeichneten am 28. März Greenpeace-Aktivisten in Mannheim die Fenster einer Filiale mit Plakaten. Auf diesen war eine Hühnerkralle in Form eines Stinkefingers zu sehen sowie die Forderungen: „Stoppt genmanipuliertes Futter!“ und „Stoppt Massentierhaltung!“

„Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von Greenpeace zeigt, dass Verbraucher kein billiges, mit Gentechnik und Antibiotika produziertes Hähnchenfleisch wollen“, so Greenpeace Mannheim – Heidelberg. „McDonald‘s ignoriert die Wünsche der Verbraucher“, sagt Heinz Sträßner (Greenpeace Mannheim – Heidelberg), „der Konzern muss erkennen, dass er nur verlieren kann, wenn er sich nicht ändert.“

„Forsa befragte vom 20. bis 24. März bundesweit 1.002 Personen. Auf die Frage: ‚Wie wichtig ist es Ihnen, dass Fast-Food-Restaurants wie McDonald‘s auf der Verpackung kennzeichnen, wenn Gen-Futter und Antibiotika eingesetzt werden?’, antwortete eine Mehrheit von 88 Prozent ‚wichtig’ oder ‚sehr wichtig’. 86 Prozent ist es darüber hinaus sehr wichtig oder wichtig, dass gar keine Gentechnik in der Geflügelmast zum Einsatz kommt. Eine starke Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes fordern 90 Prozent der Befragten“, teilt Greenpeace Mannheim – Heidelberg mit.

Billige Produktion – Umweltschäden für alle

„In Deutschland beliefert der zweitgrößte Geflügelproduzent Rothkötter McDonald‘s mit Hähnchenfleisch. Aktuelles Fotomaterial aus den Ställen belegt die miserable Haltung der Tiere. Greenpeace konnte außerdem in fünf Proben des Hähnchenfutters bis zu 100 Prozent Gentechnik nachweisen. McDonald‘s behauptet, Gentechnik in der Produktion sei ‚gängige Praxis am Markt’. Dabei haben Rewe, Edeka, Aldi und Lidl Gen-Soja in der Hähnchenmast aufgegeben. Der größte Geflügelproduzent Wiesenhof hat ebenfalls die Gentechnik aus dem Futtertrog verbannt“, so Greenpeace Mannheim – Heidelberg.

Und die Umweltschützer weiter: „Die Produktion von Billigfleisch wirft nicht nur ethische Fragen nach dem richtigen Umgang mit Tieren auf, sondern hat auch gefährliche Folgen für Mensch und Umwelt. Dazu gehört die Zunahme multiresistenter Keime auf Hähnchenfleisch durch den hohen Einsatz von Antibiotika in den Ställen. Böden und Wasser werden durch Nitrat aus Mist und Gülle verschmutzt. Der Anbau gentechnisch veränderter Futtermittelpflanzen führt zudem zu einem hohen Einsatz von Agrarchemikalien.“

„Die Folgeschäden der skrupellosen Billigfleischproduktion müssen wir alle tragen – auch Verbraucher, die McDonald’s meiden“, sagt Sträßner. Greenpeace fordert von McDonald‘s, den Einsatz von Gentechnik in der Produktion von Fleisch, Eiern und Milch aufzugeben. Das Unternehmen müsse artgerechte Tierhaltung und sinkenden Einsatz von Antibiotika in die Unternehmensleitlinie aufnehmen.