Für eine gerechtere Verteilung des öffentlichen Raums in Städten demonstrieren Greenpeace-Aktivisten der Gruppe Mannheim-Heidelberg am Samstag, 1. Oktober 2016, zusammen mit Anwohnern in Mannheim. Mit Grünpflanzen, Camping-Garnitur und Unterhaltungsprogramm gestalten die Aktivisten ein Teilstück des Parkplatzes Eichelsheimer Straße / Ecke Meerfeldstraße im Stadtteil Lindenhof in ein vorübergehendes Naherholungsgebiet um. Mit Spiel und Spaß können sich die Passanten Anregungen für eine lebenswertere Form des städtischen Raums holen. Greenpeace Mannheim-Heidelberg bietet ein buntes Unterhaltungsprogramm mit Qi Gong und Tai Chi, Hanteltraining und Ballsport sowie verschiedenen Gesellschaftsspielen an. Die Veranstaltung findet bei trockenem Wetter von 11.00 – 17.00 Uhr statt.

Kürzlich fand der internationale Park(ing) Day statt, an dem Bürger in aller Welt Parkraum für einen Tag in kleine Stadtparks umwandelten. „In vielen Stadtteilen haben parkende Autos heute mehr Platz als spielende Kinder“, sagt Greenpeace-Energieexpertin Katrin Scharpf. „Wir müssen von der Asphaltstadt endlich zu einer grünen Stadt mit nachhaltiger Mobilität und mehr Raum für Menschen kommen. Das wird nur mit deutlich weniger Autos in den Innenstädten gelingen.“ In diesem Sinn schließen sich derzeit Greenpeace-Gruppen in ganz Deutschland mit zahlreichen Aktionen an.

Die Einwohnerzahl vieler deutscher Städte wächst. Entsprechend steigt die Konkurrenz um den begrenzten öffentlichen Raum. Weil Autoverkehr ökologisch, was den Flächenverbrauch und die Gesundheitsfolgen angeht die rücksichtsloseste Form der Mobilität ist, setzen fortschrittliche Städte wie Kopenhagen, Amsterdam oder Freiburg auf eine Verkehrswende: weg vom eigenen Auto – hin zu Radverkehr, Car-Sharing und öffentlichen Verkehrsmitteln. Greenpeace unterstützt diese Entwicklung mit einer Tour, die unter dem Motto „(Yo)U-Turn the Streets“ mehrere Wochen durch deutsche Großstädte zieht.

10.000 vorzeitige Todesfälle durch Stickoxide

Besonders die gesundheitlichen Folgen sind ein wachsendes Problem. In zahlreichen deutschen Metropolen werden seit Jahren gefährlich überhöhte Stickoxidwerte gemessen – z.B. auch in Hamburg. „Nach jüngsten Daten des Umweltbundesamts übersteigt der gleitende Jahresmittelwert für 2016 an allen vier Hamburger Verkehrsmessstellen die Grenzwerte, teilweise sogar deutlich. Speziell Dieselwagen sind die Hauptquelle für giftige Stickoxide. Sie schädigen die Atemwege, steigern Herz-Kreislauf-Erkrankungen und führen laut Europäischer Umweltagentur pro Jahr zu gut 10.000 vorzeitigen Todesfällen – alleine in Deutschland. Besonders betroffen sind Menschen in den Innenstädten. Werden die europäischen Grenzwerte bis zum Jahr 2020 nicht eingehalten, drohen den Kommunen empfindliche Geldstrafen. Umweltzonen für saubere Fahrzeuge senken verkehrsbedingte Schadstoffwerte in Städten am effizientesten. Das Ausweiten dieser Zonen auf Stickoxide kann helfen, die Stickoxidprobleme der Städte zu lösen”, so Greenpeace.