Mannheim TKH

Chefärztin Prof. Dr. Maritta Orth referierte vor 140 Gästen zu den Zusammenhängen zwischen Schlafapnoe und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Foto: Theresienkrankenhaus

Wenn man nicht genügend schläft, geht es einem schlecht. Aber nicht bloß, dass man sich müde und ausgelaugt fühlt, schlimmer ist, dass sich unruhiger Schlaf auch auf Herz und Gefäße auswirken kann. Das machte Prof. Dr. Maritta Orth, Chefärztin der Pneumologie am Mannheimer Theresienkrankenhaus (TKH), Mitte Juni 2014 deutlich. Im Rahmen der Vortragsreihe „Herzensangelegenheiten“, die regelmäßig von der kardiologischen Abteilung veranstaltet wird, sprach sie vor 140 Gästen im TKH-Festsaal über die Zusammenhänge zwischen obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) und dem Herz-Kreislauf-System.

Hat ein Mensch in der Nacht mehrmals pro Stunde Atemaussetzer, so spricht man vom obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom. Betroffene leiden tagsüber unter einer stark ausgeprägten Müdigkeit bis hin zum Einschlafzwang, dem sogenannten Sekundenschlaf. Neben dieser Einschränkung birgt das OSAS aber noch viele weitere Gefahren für die Gesundheit. Prof. Dr. Orth zeigte anhand aktueller Untersuchungen, dass nächtliche Atemaussetzer das Risiko für eine krankhafte Blutdruckerhöhung deutlich steigern. Auch wies die Medizinerin auf den Zusammenhang zwischen OSAS und Schlaganfall hin: Demnach ist die Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall mit Apnoen drei Mal so hoch wie bei einem gesunden Menschen. Außerdem verdickt sich dadurch die Herzmuskulatur und die Pumpleistung des Organs nimmt ab. Dadurch steigt auch die Wahrscheinlichkeit mit einem OSAS an einem plötzlichen Herztod zu sterben dramatisch an. Prof. Dr. Orth machte aber auch Hoffnung und verwies auf die Möglichkeiten zur Therapie eines obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms: Die Gabe von Sauerstoff, die CPAP-Therapie, die permanente Beatmung oder auch ein Herzschrittmacher können Möglichkeiten zur Genesung eines OSAS-Patienten sein.