Ärztefortbildung

Knapp 50 Mediziner aus der Metropolregion lauschten den Ausführungen der Referenten bei der Fortbildung in der St. Hedwig-Klinik und genossen das anschließende Sommerfest. Foto: St. Hedwig-Klinik

Knapp 50 Ärzte aus der Metropolregion Rhein-Neckar kamen Ende Juli 2015 in die Mannheimer St. Hedwig-Klinik. Ebenso heiß wie die Außentemperaturen waren auch die Themen der ärztlichen Fortbildung: Die Referenten erläuterten familiäre Aspekte des Mammakarzinoms und berichteten dem fachkundigen Publikum aus zehn Jahren Erfahrung im Beckenbodenzentrum Ludwigsburg. Anschließend lud Chefarzt Dr. Horst Job alle Gäste zum entspannten Sommerfest auf der Dachterrasse der St. Hedwig-Klinik ein.

Der stellvertretende Klinikdirektor und leitende Oberarzt Prof. Dr. Florian Schütz von der Fachabteilung Allgemeine Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Heidelberger Uniklinik erläuterte zunächst fachspezifische Gegebenheiten zum Brustkrebs bei Frauen. Speziell ging er in seinem Vortrag auf die Rolle der familiären Begleitumstände einer Brustkrebserkrankung ein. Das so genannte Mammakarzinom ist der häufigste Tumor bei Frauen, bei ungefähr zehn Prozent aller Patienten ist das Leiden bösartig. Die Entstehung des Brustkrebses ist ein komplexes Geschehen, an dem eine Vielzahl von Faktoren mitwirkt. Darunter sind auch verschiedene Gene, die in 50 Prozent der Fälle von Müttern an ihre Töchter weitergegeben werden und die eine Tendenz zum Brustkrebs auslösen können. So sind die Gene BRCA1 und BRCA2 schätzungsweise für fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebs-Fälle verantwortlich. Prof. Schütz erläuterte konkrete Szenarien zur Vorsorge als auch zur Behandlung von betroffenen Frauen.

Prof. Dr. Wolfgang Heyl (Klinikum Ludwigsburg) berichtete in seinem Vortrag aus der zehnjährigen Erfahrung, die er und seine Kollegen am  Beckenbodenzentrum in Ludwigsburg gesammelt haben. Dort sind Patientinnen in Behandlung, die unter einer Beckenbodenschwäche leiden. Dies kann zu unkontrolliertem Urin- und Stuhlabgang, zu ständigem Harndrang bis hin zu Rücken- oder Unterleibsschmerzen führen. Außerdem können Störungen in der Sexualität auftreten. Hier demonstrierte Prof. Heyl Operationsmethoden, insbesondere mit einer Netzeinlage, die in Ludwigsburg sehr erfolgreich angewendet werden.