Nachdem Mitte April an der Rheintalbahn bei Achern-Önsbach die erste landeseigene Messstation für Bahnlärm in Betrieb genommen wurde, fordert Mannheims Erster Bürgermeister Christian Specht nun eine ebensolche Maßnahme für die Quadratestadt. Durch die Messungen soll die Entwicklung des Bahnlärms qualifiziert beobachtet und bewertet werden.

„Um den seit Jahren bestehenden Schienenverkehrs-Engpass in der Metropolregion zu beseitigen, ist eine Kapazitätserweiterung dringend notwendig. Dieser vordringliche Bedarf wurde auch im Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen“, berichtet Specht. „Hierbei soll die Lärmbelastung der Bürgerinnen und Bürger selbstverständlich so gering wie möglich gehalten werden. Dazu bedarf es menschen- und umweltverträglicher Lösungen. Durch eine Messstation könnten wir einen verlässlichen Datensatz erzielen. Dieser würde Transparenz schaffen und könnte langfristig auch die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen dokumentieren.“

Mannheim liegt, ebenso wie Achern-Önsbach, am hochfrequentierten Rhein-Alpen-Korridor. Durch den kontinuierlich zunehmenden Güterverkehr zwischen Rotterdam und Genua wird sich die Güterverkehrsbelastung folglich auch in Mannheim steigern. „Hinzu kommt, dass in Mannheim die Züge durch dichtbesiedeltes Stadtgebiet rollen. Darüber hinaus haben wir mit dem zweitgrößten Rangierbahnhof Deutschlands einen der bedeutendsten Güterumschlagsplätze“, ergänzt Specht. „Diese Faktoren verdeutlichen, dass eine Lärmmessstation in Mannheim durchweg sinnvoll ist.“

Die Lärmmessstation an der viergleisigen Rheintalbahn bei Achern-Önsbach, nördlich von Offenburg, hat die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz im Auftrag des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg (MVI) errichtet. Die LUBW realisierte die Bahnlärmmessstation in enger Kooperation mit der Deutschen Bahn AG. Die Station steht direkt an der Rheintalbahn. Sie erfasst vollautomatisch und kontinuierlich die Emissionswerte, die in Echtzeit im Internet veröffentlicht werden.