TKH

Foto: Theresienkrankenhaus Mannheim

Kaum ein Organ ist so wichtig wie das Herz, wenn es ums Überleben geht. Deshalb widmete sich Prof. Dr. Markus Haass, Chefarzt der Kardiologie am Mannheimer Theresienkrankenhaus (TKH) Anfang November 2013 im seinem Vortragsabend „Herzensangelegenheiten“ der Frage: Was tun, wenn das Herz schwächelt? Mehr als 250 Zuhörer kamen zu der Veranstaltung im Festsaal des TKH und lauschten den Ausführungen von Prof. Haass wie auch seinem Kollegen Prof. Dr. Matthias Karck, Ärztlicher Direktor der Klink für Herzchirurgie an der Heidelberger Uniklinik. Die Gäste waren aber nicht nur gekommen, um neueste medizinische Erkenntnisse zu gewinnen, sondern auch, um etwas Gutes zu tun. Mehrere Firmen und Privatleute hatten den Abend unterstützt, um damit Spenden für die Aktion „Wir wollen helfen“ zu generieren.

Wie Prof. Haass erläuterte, ist die Sterblichkeitsrate bei einer diagnostizierten Herzschwäche genau so hoch wie bei einer Tumorerkrankung. „Aber“, so der Mediziner optimistisch: „wir Kardiologen haben viel mehr Möglichkeiten, diese Prognose deutlich zu verbessern.“ So ging er zunächst auf die unterschiedlichen Ursachen für eine Herzinsuffizienz ein: Falsche Ernährung, so z.B. die zu salzige Pizza, Bewegungsmangel oder auch Begleiterkrankungen schädigen das Herz und senken dessen Pumpleistung. Der Herzmuskel wird größer und steigert seine Schlagzahl, um den Kreislauf noch mit genügend Sauerstoff zu versorgen. Auf Dauer schädigt das den Herzmuskel. Prof. Haass ging auf viele Medikamente ein, die in der modernen Kardiologie zur Stabilisierung des Herzens eingesetzt werden, warnte aber auch vor Wechselwirkungen. Auch ging er auf Modemedikamente wie das bekannte Q10 ein und bezog dazu Stellung: „Q10 können Sie nehmen oder auch nicht. Eine Wirkung ist nicht bestätigt – aber es schadet auch nicht.“ Im Detail erläuterte er außerdem die Vor- und Nachteile moderner Herzschrittmacher sowie weiterer Geräte, die unter Haut implantiert werden können und einer Stärkung des Herzens dienen sollen. Ziel all dieser Therapien sei es, die Lebenserwartung und vor allem auch die Lebensqualität der Patienten zu steigern.

Prof. Dr. Matthias Karck zeigte in seinem Vortrag die Möglichkeiten der modernen Herzchirurgie, beruhigte aber zunächst sein Publikum: „Die allermeisten von Ihnen, die an einer Herzinsuffizienz leiden, werden mich als Herzchirurgen glücklicherweise nie konsultieren müssen, da ein Eingriff am Herzen erst der letzte Therapieschritt ist, wenn alle anderen Methoden versagt haben.“ Neben einem kurzen Rückblick auf die Geschichte der Herzchirurgie beeindruckte der Mediziner mit einem Video von einer Herztransplantation, die er schrittweise und laienverständlich erklärte.

Für den guten Zweck setzten sich u.a. die Kreativgruppe Rheinau-Süd und die AOK Rhein-Neckar ein und unterstützten die Herzensangelegenheiten ebenso wie auch mehrere Privathelfer: Durch den Verkauf von Kuchen, Blumen und Holzfiguren kam ein beachtlicher Erlös zusammen, welcher der Aktion „Wir wollen helfen“ zugute kommen wird.