Kinder-Intensivtrage

Die Kinder-Intensivtrage wurde gespendet von der Dietmar Hopp-Stiftung. Foto: Universitätsmedizin Mannheim

Eine Kinder-Intensivtrage im Wert von 125.000 Euro hat die Dietmar Hopp-Stiftung am 29. April 2016 der Klinik für Neonatologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) übergeben. Die neue Trage dient dem Transport von Kindern ab etwa neun Monaten, die wegen schwerster Beeinträchtigungen der Kreislauf- und Atmungsfunktion in das spezialisierte kinderintensivmedizinische Zentrum der UMM verlegt und bereits auf dem Transportweg beatmet werden müssen. Am ECMO-Zentrum der UMM können sie mit einer künstlichen Lunge versorgt werden.

„Mit der neuen Trage können nun auch kritisch kranke Kinder ab 80 cm Größe auf dem Weg in die Klinik im Hubschrauber oder Flugzeug beatmet und optimal versorgt werden“, berichtet Dr. Ingrid Rupp, Referentin der Dietmar Hopp-Stiftung. „2006 haben wir der Universitätsmedizin Mannheim eine Transporttrage für neugeborene und sehr junge Patienten gespendet. Wir freuen uns, dass mit der neuen Trage nun auch größere Kinder im Notfall medizinisch exzellent behandelt werden können.“

UMM betreibt eines der größten ECMO-Zentren Deutschlands

Die UMM hat die lebensrettende Lungenersatz-Therapie ECMO bei Kindern vor knapp 30 Jahren im deutschsprachigen Raum eingeführt und betreibt eines der größten ECMO-Zentren Deutschlands an ihrer Klinik für Neonatologie. Die dort bisher vorhandene Intensivtrage war speziell für Neugeborene und Kinder bis 80 cm konzipiert. Ältere Kinder mussten auf herkömmlichen Tragen mit begleitenden Geräten transportiert werden, was umständlich und für den Notfall nicht optimal geeignet war.

Die neue Kinder-Intensivtrage ist mit allen Geräten versehen, die für einen sicheren intensivmedizinischen Transport größerer Kinder benötigt werden. Dazu gehören auch Beatmungs- und Atemgasgeräte. „Mit dieser intensivmedizinischen Maximalausstattung holt unser ECMO-Team pro Jahr ungefähr 70 schwerkranke Kinder ab und rettet in manchen Fällen schon beim Abholen ihr Leben“, berichtet PD Dr. Thomas Schaible, Direktor der Klinik für Neonatologie, und ergänzt: „Trotz der zahlreichen Funktionen ist die neue Trage so kompakt konstruiert, dass sie in Krankentransportwagen, Rettungshubschraubern und Flugzeugen genutzt werden kann.“ Damit sind die Intensivtransporte jetzt bei nahezu allen Wetterlagen – vor allem auch im Winter – möglich.

Notfälle vorwiegend wegen angeborener Lungenfehlbildungen oder Atmungsstörungen nach einer schwierigen Geburt

Notfälle treten bei Neugeborenen vorwiegend wegen angeborener Lungenfehlbildungen oder Atmungsstörungen nach einer schwierigen Geburt auf. Etwas ältere Kinder können wegen Verbrennungen, Infektionen, Kreislauf- oder Lungenversagen oder auch nach einem Unfall in eine lebensbedrohliche Situation geraten, die eine rasche intensivmedizinische Versorgung von Spezialisten erfordert.

„Mit Unterstützung der Dietmar Hopp-Stiftung und den beiden Spezial-Tragen können wir jetzt die lebensrettende ECMO-Behandlung Kindern jeden Alters in ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland ganzjährig und sicher anbieten. Zum Beispiel haben wir schon mehrfach Kinder aus Skandinavien eingeflogen, wenn dort die ECMO-Kapazitäten erschöpft waren“, fasst Prof. Dr. Frederik Wenz, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer der UMM, zusammen. „Dafür bedanke ich mich herzlich im Namen aller Patienten und Ärzte der Universitätsmedizin Mannheim.“