Es zählt zu den wichtigsten Projekten des 21-Punkte-Programms für mehr Radverkehr in Mannheim: die fahrradfreundliche Umgestaltung der Bismarckstraße. Bei einem Pressetermin stellte Bürgermeister Lothar Quast die Ergebnisse der Verkehrssimulation und die aktuellen Planungen, die Anfang 2014 in die gemeinderätlichen Gremien eingebracht werden, vor. „Mit der Anbindung der Bismarckstraße werden wir eine große Lücke im Radverkehrsnetz der Stadt schließen und so die Attraktivität des Radverkehrs weiter steigern. Die Universität wird an das Radwegenetz angebunden. Dies kommt insbesondere auch den Studierenden zugute, die verstärkt das Fahrrad als Fortbewegungsmittel nutzen“, so Bürgermeister Quast zu den Zielen der Maßnahme. Weiterhin betonte er: „Wir sehen für den Radverkehr auch aus Fragen der Verkehrssicherheit großen Handlungsbedarf. Gerade deshalb ist eine eigene Fahrradspur auf der Bismarckstraße so wichtig.“

Um exakte Voraussagen über den Verkehrsfluss nach dem Umbau machen zu können, hat die Stadt Mannheim auf Basis der bestehenden Verkehrsmengen eine aufwändige Verkehrssimulation beauftragt. Die Ergebnisse der Verkehrssimulation der Firma Siemens haben die Annahmen der Stadt bestätigt. Die geringen Auswirkungen für den motorisierten Individualverkehr beschränken sich auf kurzfristige Zeiträume während der Spitzenstunden. Durch Feinjustierung der Ampeln sieht man zudem die Chance, die Auswirkungen noch geringer halten zu können. Außerhalb dieser Zeiträume sind kaum Auswirkungen zu erwarten. „Wir haben dieses Projekt zwei Jahre lang ausführlich und sehr detailliert geplant. Es war uns von Anfang an sehr wichtig, verlässlich zu prüfen, dass bei einer fahrradfreundlichen Umgestaltung die Leistungsfähigkeit des KfZ-Verkehrs weiterhin erhalten bleibt. Das Ergebnis der Simulation zeigt, dass der Umbau zu keinen entscheidenden Verschlechterungen führt, zum Teil den Verkehrsfluss sogar verbessert“, erklärte Quast.

Bauablauf und Kosten

Die Kosten belaufen sich auf ca. fünf Millionen Euro. Davon fördert das Land Baden-Württemberg mit mindestens 900.000 Euro. Neben den Verbesserungen für den Rad- und Fußverkehr, baut die Stadt die ÖPNV-Haltestellen barrierefrei aus und erneuert die Ampeln samt Steuerungstechnik. Darauf entfallen allein 1,3 Millionen Euro der Gesamtmaßnahme.

Der Umbau der Bismarckstraße soll in zwei Bauabschnitten erfolgen. Ab Sommer 2014 wird die Radwegeführung in Richtung Ludwigshafen gebaut. Auf einem Teil der Strecke wird sie als gemeinsame Rad- und Busspur genutzt. Während des ersten Bauabschnitts werden vorwiegend Markierungsarbeiten durchgeführt, weshalb mit einer schnellen Fertigstellung zu rechnen ist. Mit dem 2. Bauabschnitt soll Mitte 2015 begonnen werden. Bei den Arbeiten in der Gegenrichtung wird in den Fahrbahnrand eingegriffen werden. Zudem müssen die Fahrleitungsmasten der Stadtbahn versetzt werden. Die Durchführung der Baumaßnahme wird eng mit dem Einzelhandel abgestimmt. Das Projekt soll somit rechtzeitig zum Fahrradjubiläum 2017 fertig werden.