Alkoholabhängigkeit gehört mit mehr als 1,3 Millionen Betroffenen zu den schwerwiegendsten Suchterkrankungen in Deutschland. Sie hat vielfache Auswirkungen, nicht nur auf die Betroffenen selbst, sondern auch auf Kinder, Partner und das soziale Umfeld. Leider ist wenig darüber bekannt, wie sich Alkoholabhängigkeit auf den Partner auswirkt und wie man ihm konkret helfen kann, mit der schwierigen Lebenssituation umzugehen. Eine neue Studie an der Abteilung für Klinische Psychologie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim beschäftigt sich mit diesen Auswirkungen, um ein psychologisches Programm zur Unterstützung des Partners entwickeln zu können.

Veränderte Verhaltensweisen lösen z.T. kurzfristige Probleme – begünstigen auf lange Sicht jedoch die Sucht

Die Forschung vergangener Jahre hat sich hauptsächlich mit veränderten Verhaltensweisen beschäftigt, die Angehörige – vor allem Partner von Suchtkranken – häufig zeigen. Das sind Verhaltensweisen, die dem Abhängigen helfen sollen, mit dem Trinken aufzuhören oder verhindern sollen, dass „noch Schlimmeres“, wie z.B. der Verlust des Arbeitsplatzes als Folge des Alkoholproblems, passiert. Das Problem dieser Verhaltensweisen liegt allerdings darin, dass sie zwar teilweise kurzfristige Probleme lösen können, auf lange Sicht aber die Aufrechterhaltung der Sucht begünstigen.

Dagegen ist wenig darüber bekannt, wie Partner von Alkoholabhängigen alkohol-assoziierte Reize verarbeiten, beispielsweise wenn sie zuhause mit Alkoholika konfrontiert werden. Es könnte sein, dass sie alkohol-assoziierte Reize anders verarbeiten und anders auf sie reagieren als Partner nicht alkoholabhängiger Menschen. Hier setzt die neue Studie an: sie soll sowohl die Reaktionen auf alkohol-assoziierte Reize untersuchen als auch deren Zusammenhang mit veränderten Verhaltensweisen.

Studienteilnehmer gesucht

Für diese Studie werden Teilnehmer gesucht, die folgende Kriterien erfüllen sollten: Sie haben einen alkoholabhängigen Partner. Der Partner ist noch nicht trocken und sie leben mit ihm seit mindestens einem Jahr in der gleichen Wohnung zusammen. Sie sind zwischen 18 und 60 Jahre alt, selbst psychisch gesund und haben keine Suchterkrankung. Besonders wichtig ist, dass der Partner mit der Teilnahme an der Studie einverstanden ist. Im Rahmen der Studie werden die Teilnehmer gebeten, eine Reihe von Fragebögen auszufüllen, die u.a. typische Verhaltensmuster und Befindlichkeiten erfragen. Weiterhin werden den Teilnehmern computergestützte Aufgaben gestellt und während dessen ihre physiologischen Kennwerte erfasst.

Interessenten für eine Teilnahme an der Studie wenden sich an:
Telefon 06 21/17 03 39 27
eva.best@zi-mannheim.de