Über den aktuellen Stand der PFC-Belastungen auf landwirtschaftlichen Flächen im Mannheimer Norden hat die Umweltbehörde im öffentlichen Ausschuss für Umwelt und Technik am 23. April 2015 berichtet. Wie die Stadt Mannheim mitteilt, stehen insgesamt 50 Hektar im Verdacht, mit polyfluorierten Chemikalien (PFC) belastet zu sein, 12 Hektar wurden bereits untersucht und es wurden erhöhte Werte in den Bodenproben gefunden. In diesen Tagen werden Ackerflächen beprobt, auf denen zwischen 2006 und 2008 Kompost mit Papierschlämmen aufgebracht wurde und von denen noch keine Proben genommen wurden. Die Umweltbehörde hat hier die entsprechende Beprobung der verbleibenden 38 Hektar in Auftrag gegeben.

Boden-, Grund- und Trinkwasserproben

Im Zuge dessen werden auch Proben von weiteren Referenzflächen genommen, von:

  • Flächen, auf denen nach 2008 Kompost aufgetragen wurde, der mit Papierschlämmen angereichert war.
  • Flächen, auf denen vermutlich Löschübungen stattfanden.
  • Flächen mit früheren Klärschlammaufträgen.
  • vermutlich unbelasteten Flächen, die zum Vergleich herangezogen werden.

Der Umweltbehörde und dem Gesundheitsamt liegen die Messwerte für zehn beprobte Beregnungsbrunnen und das Angelgewässer Wilhelmswörthweiher sowie fünf private Hausbrunnen im Mannheimer Norden vor. „Hier wurden ebenfalls die Konzentration auf PFC getestet und keine auffälligen Werte festgestellt. Das Chemische Veterinär- und Untersuchungsamt (CVUA) Sigmaringen hat die Untersuchung im Auftrag des Gesundheitsamtes durchgeführt”, so die Stadt Mannheim.

Kontaktgruppe gegründet

Und die Stadt Mannheim teilt weiter mit: „Die Umweltbehörde hat in den vergangenen Wochen eng mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe und dem Umweltministerium Baden-Württemberg zusammengearbeitet und wird dies auch in Zukunft tun. Für eine enge Abstimmung wurde eigens eine Kontaktgruppe gebildet. Zudem fanden mehrere Informationsgespräche mit allen Landwirten im Mannheimer Norden statt, an denen sowohl Vertreter des Regierungspräsidiums Karlsruhe, des Amts für Landwirtschaft und Naturschutz des Rhein-Neckar-Kreises, der Umweltbehörde und des Gesundheitsamtes teilnahmen.

Vor-Ernte-Monitoring zur Kontrolle der Lebensmittel

Hier wurde den Landwirten die Durchführung eines kostenlosen Vor-Ernte-Monitoring durch das Land Baden-Württemberg angeboten. In diesem Verfahren werden rechtzeitig (ca. 7 – 10 Tage) vor der Ernte Pflanzenproben entnommen und analysiert. Dadurch wird kontrolliert, ob und in welcher Konzentration PFC von den Pflanzen aufgenommen wurden. Pflanzen, bei denen die Beurteilungswerte für PFC in Lebensmitteln überschritten werden, sind nach der Ernte nicht als Lebensmittel verkehrsfähig und dürfen nicht verkauft werden. Damit soll sichergestellt werden, dass an Verbraucher keine belasteten Lebensmittel abgegeben werden. Sobald der Umweltbehörde neue Erkenntnisse vorliegen, werden die politischen Gremien und die Öffentlichkeit informiert“, so die Stadt Mannheim.

Einen ausführlichen Fragekatalog zum Thema PFC hat das Regierungspräsidium Karlsruhe veröffentlicht:
https://rpinternet.service-bw.de/rpk/Seiten/aktuellemeldung.aspx?rid=10