„Vorbeugen. Schützen. Impfen“ – unter diesem Motto wollen die Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft mit der 11. Europäischen Impfwoche (24. – 30. April 2016) das Bewusstsein der Bevölkerung für Impfmaßnahmen schärfen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Impfwoche stehen die Aktivitäten zur Eliminierung von Masern und Röteln. „Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die der Medizin zur Verfügung stehen“, setzt sich Mannheims Gesundheitsbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb für eine regelmäßige Auffrischung des Impfschutzes ein. „Neben den empfohlenen Standardschutzimpfungen für Kinder sind Kontrollen des Impfschutzes bei Jugendlichen und Erwachsenen sowie Reiseberatungen für den speziellen Impfschutz äußerst wichtig.“

Moderne Impfstoffe sind gut verträglich und unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen werden nur in seltenen Fällen beobachtet. Unmittelbares Ziel der Impfung ist es, den Geimpften vor einer ansteckenden Krankheit zu schützen.

Zwei Impfungen machen gegen Masern immun

Entgegen der weit verbreiteten Meinung sind Masern keine harmlose Kinderkrankheit. Sie sind hoch ansteckend und können lebensbedrohliche Komplikationen auslösen. Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen können zu Masernausbrüchen führen. Junge Menschen sind gerne unterwegs und reisen viel. Dadurch haben sie ein besonderes Risiko, sich und andere mit Masern anzustecken. Darauf weist der Fachbereich Gesundheit der Stadt Mannheim anlässlich der Europäischen Impfwoche 2016 ausdrücklich hin.

Masern und Röteln können ausgerottet werden. Dafür müssen mehr als 95 Prozent der Menschen immun sein – zwei Impfungen bewirken dies. In anderen europäischen Ländern sowie Amerika sind Masern und Röteln weitgehend ausgelöscht, in Deutschland ist das noch nicht der Fall. Die Masernimpfquoten der 4- bis 5-jährigen Kinder in Baden-Württemberg sind leicht angestiegen. Landesweit haben 95,6 Prozent der Kinder dieser Altersgruppe wenigstens eine und 89,6 Prozent dieser Kinder zwei oder mehr Masernimpfungen erhalten. Laut Dr. Peter Schäfer, Leiter des Fachbereichs Gesundheit der Stadt Mannheim, wiesen die hiesigen Durchimpfungsraten etwas höhere Werte auf, allerdings seien auch in Mannheim bei den Vorschulkindern die angestrebten 95 Prozent noch nicht erreicht.

So bleibt durchaus Grund zur Sorge, denn gerade Jugendliche und junge Erwachsene sind zumeist nicht ausreichend gegen Masern geimpft. Die Folge: In 2015 war fast die Hälfte der Masernkranken älter als 15 Jahre. Der Fachbereich Gesundheit rät allen nach 1970 Geborenen, ihren Impfschutz zu überprüfen und sich bei nicht ausreichendem Impfschutz durch eine Impfung gegen Masern zu schützen.

Impfpass nicht vergessen

Der wichtigste Beitrag für eine gute Durchimpfung wird in den vielen kompetenten Arztpraxen geleistet. Nehmen Sie die Impfwoche zum Anlass und suchen Sie Ihre Ärztin bzw. ihren Arzt mit Ihrem Impfausweis auf.

Bei Fragen insbesondere zu Reiseimpfungen können Sie sich auch an Ihr Gesundheitsamt wenden, in Mannheim z.B.:
R 1, 12 (Impfberatung im Fachbereich Gesundheit)
Telefon 06 21/2 93-22 03