Zur zweiten Sitzung der Mannheimer Planungsgruppe Spinelli Barracks am Mittwoch, 20. November 2013, trafen sich die Teilnehmer im Stadthaus (N 1). In Anlehnung an die beim letzten Mal entwickelten Fragestellungen wurden zu Beginn der Sitzung Beiträgen von Initiativen und Experten Raum gegeben. Die Bürgerinitiative „Gestaltet Spinelli“, die BI Käfertal Süd, und die Gruppe AKKU (Arbeit und Kunst im Konversionsumfeld) stellten ihre Ideen und Konzepte für das Gelände vor. Vertreter des Jugendkulturzentrums FORUM, Experten aus der Stadtverwaltung sowie externe Partner gaben ihrerseits einen Input mit verschiedenen Sachstandsberichten. Deutlich wurden die große Ideenvielfalt der verschiedenen Konzepte und auch erste Annäherungen. In drei Themengruppen beschäftigten sich die Teilnehmer anschließend mit der Randbebauung, dem Baubestand und dem Verkehr. Die Ergebnisse der Gruppen können wie folgt beschrieben werden:

Die Frischluftschneise war für alle Teilnehmer in allen Arbeitsgruppen ein wichtiges Thema, welches beim dritten Termin weiter beachtet werden wird. Der Verkehr spielte eine ganz zentrale Rolle für Planungen der Gruppe. Ideen, die Straße „Am Aubuckel“ zu verlegen und im Rahmen eines nachhaltigen, von der Bundesgartenschau (BUGA) losgelösten Verkehrskonzepts für den gesamten Nordosten von Mannheim Lösungen zu finden, werden die Gruppe weiter beschäftigen.

Die Randbebauung wünscht sich die Gruppe zukunftsweisend und für alle Gesellschaftsgruppen offen und attraktiv. Die Idee, die Flächen nicht nur an Bauträger zu vergeben, sondern auch privates Bauen, z.B. in Form von Baugruppen oder Siedlungsbau zu ermöglichen, wurde ebenfalls geäußert. Die U-förmige Halle auf der Fläche hat großes Potenzial für Kunst und Kultur. Zu prüfen ist, ob ein Teilabriss der Halle erforderlich ist, um die Frischluftschneise mit optimaler Wirkung zu ermöglichen. Kontrovers diskutiert wurde die Frage, ob eine Wohnnutzung in den bestehenden Gebäuden mit einer kulturellen Nutzung in Konflikt geraten könnte.

Die zwischen den Bestandsgebäuden bestehenden Freiflächen sehen die Teilnehmer als großes Potenzial und für verschiedene Nutzungsmöglichkeiten, z.B. für kulturelle Veranstaltungen, weswegen ein Erhalt diskutiert wurde. Die Gruppe möchte vor allem auch Wünsche und Bedürfnisse von Kindern und Jugendliche berücksichtigen.

Planungsgruppe „Feudenheimer Au“ – bürgerschaftliche Planungsgruppe zur BUGA

Zur zweiten Sitzung der Planungsgruppe „Feudenheimer Au“ trafen sich die Teilnehmer, ebenfalls im Stadthaus (N 1), am Donnerstag, 21. November 2013. Im Vorfeld der Gruppenarbeit erhielten die Teilnehmer vertiefende Informationen zu den Themen Biotoptypen auf der Au, Verkehrsvarianten und Landwirtschaft, Gärten und Wege. Die Bürgerinitiative „BI Spinelli“ trug ihr Konzept für die Gestaltung der Au vor. In Anlehnung an die beim letzten Mal entwickelten Fragestellungen und unter Berücksichtigung der neuen Infos beschäftigte sich die Gruppe – unterteilt in Kleingruppen – schwerpunktmäßig mit vier zentralen Themenfeldern:

  • Naturnahes Gewässer unter Erhaltung der Alten Gärtnerei
  • Ökologische und konventionelle Landwirtschaft unter Einbeziehung von Angeboten für Kinder und Jugendliche
  • Neuordnung der Kleingärten und ihre Einbindung in die BUGA, Entwicklung von Lehrpfaden und anderen Projekten der Umweltpädagogik
  • Mögliche Lösungen für die Verkehrsführung

Beim Thema „Gewässer“ war die mögliche Breite und Länge Schwerpunkt der Diskussion. Einigkeit bestand darin, dass bestehende Biotope der Au so weit wie möglich erhalten bleiben sollen. Bei der Themengruppe „Landwirtschaft“ wurde Einigung darüber erzielt, dass zumindest ein Teil des zur Verfügung stehenden Geländes für ökologische Landwirtschaft genutzt werden soll. Hier wurde auch der Wunsch nach einem „experimentellen“ Bauernhof für Kinder und Jugendliche genannt.

Die Themengruppe „Kleingärten“ erarbeitete Vorschläge, wie sich mit einer Verlegung der Straßenführung auch eine Neuordnung der Kleingartenstruktur gestalten könnte. Die Kleingärtner erklärten sich bereit, auch nach der BUGA die Naturflächen weiter zu pflegen. Bei der Arbeitsgruppe „Verkehrsführung“ wurde über die bereits vorgestellten Trassenvarianten hinaus mögliche Alternativen zu Verkehrslenkung und -reduzierung diskutiert. Hier wurde gewünscht, dass man nicht nur die bisher favorisierten, sondern alle Varianten prüfen lassen solle. Außerdem sollte der Verkehr gerade auch unter dem Aspekt des demografischen Wandels innerhalb der kommenden zehn Jahre als Ganzes betrachtet werden.

Die im Verlauf der Gruppenarbeit festgehaltenen Kernziele, aber auch die Widersprüche, werden in der dritten Sitzung der Planungsgruppe im Januar aufgegriffen.