Zum “Welt-Alzheimertag 2014” findet in Ludwigshafen am 21. September (11.00 – 17.00 Uhr) eine Informationsveranstaltung mit Fachvorträgen, Workshops und Mitmachangeboten im St. Marienkrankenhaus (Salzburger Straße 15, Ludwigshafen-Gartenstadt) statt. Veranstalter sind die Alzheimer Gesellschaft Rheinland-Pfalz e.V. und die Geriatrische Klinik des St. Marien- und St. Annastiftskrankenhauses. Eingeladen sind alle Interessierten. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Mehr als jeder Dritte über 90 ist betroffen

Demenz ist eine Erkrankung, die alle Mitglieder der Gesellschaft betrifft und berührt. In Deutschland leben nach Angaben von Experten bereits 1,5 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen (ca. 60 Prozent vom Typ Alzheimer). Mehr als jeder Dritte über 90 ist betroffen. Bis 2050 soll sich die Zahl der Erkrankten – u. a. wegen der steigenden Lebenserwartung – auf etwa drei Millionen mehr als verdoppeln, wenn kein Durchbruch in der Therapie gelingt.

„Der 1994 gestartete Welt-Alzheimertag, der in Deutschland in diesem Jahr unter dem Motto ‚Demenz – jede / jeder kann etwas tun‘ steht, soll auf die Situation der weltweit 44 Millionen Demenzerkrankten und die ihrer Familien aufmerksam machen“, erklärt Marcus Wiechmann, Geschäftsführer der S. Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe gGmbH (Träger des St. Marien- und St. Annastiftskrankenhauses). „Seit Start unserer Geriatrischen Klinik, einer der im Auftrag des Landes eingerichteten fünf Hauptfachabteilungen in Rheinland-Pfalz, setzen wir uns verstärkt in diesem Bereich ein, medizinisch – aber auch durch Information und Beratung – und schätzen dabei unter anderem die intensive Zusammenarbeit mit der Alzheimer Gesellschaft“, führt Wiechmann weiter aus.

Geriatrisches Team bietet Einblick in praktische Arbeit

„Die Wahrscheinlichkeit, an einem dementiellen Syndrom zu erkranken, steigt im Alter deutlich an. Im gesamtgesellschaftlichen Kontext ist es nötig, die Hintergründe dieser Erkrankung zu kennen. Je mehr wir alle verstehen, warum ein erkrankter Mensch sich in gewissen Situationen verhält, desto mehr können wir ihn und seine Bedürfnisse verstehen und auf sie eingehen“, erklärt Dr. Ariane Zinke, Chefärztin der Geriatrischen Klinik des St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus. „Wenn wir lernen, wie wir mit diesen Mitmenschen umgehen, können wir viele Alltagssituationen meistern. Wir müssen uns auf die Lebensrealität der Gebrechlichsten unserer Gesellschaft einlassen, dann können wir alle zusammenwirken, dass die Lebensqualität auch dieser Menschen eine bessere wird“, ist das Anliegen der Medizinerin. Deshalb ist am kommenden Sonntag auch das komplette geriatrische Team im Einsatz und bietet bei Workshops mit Kurzvorträgen und Mitmachangeboten zu verschiedenen Themen einen Einblick in die praktische Arbeit.

„Demenz kennt keine sozialen Grenzen und kümmert sich nicht um wirtschaftliche Verhältnisse. Der Bildungsstand hat keinen Einfluss auf die Anfälligkeit, jedoch möglicherweise auf die Bewältigung der Krankheit. Frauen und Männer sind in gleicher Weise gefährdet; wenn es mehr erkrankte Frauen gibt, so unter anderem deshalb, weil die Lebenserwartung von Frauen höher liegt“, ergänzt Prof. Dr. Georg Adler, Vorsitzender des Vorstandes Alzheimer Gesellschaft Rheinland-Pfalz e.V, der am 21. September u.a. einen Fachvortrag zu „Vorbeugung und Früherkennung der Alzheimer-Demenz“ hält. „Unsere Betreuung und Hilfestellung für Angehörige, Freunde und Pflegende geschieht unter anderem durch zahlreiche Selbsthilfegruppen zur Beseitigung der Isolation, Stützung und Selbststärkung, sowie Informationen über zahlreiche Themen rund um das Leben mit Demenz. Denn dem Kranken geht es höchstens so gut, wie es dem Pflegenden gut geht“, führt der Experte weiter aus.

Info-Stände, Vorträge und Mitmachangebote

Beim “Welt-Alzheimertag” im St. Marienkrankenhaus gibt es viele Informationen rund um das Thema Demenz und das Leben im Alter. Im Foyer des Krankenhauses gibt es u.a. Informationsstände zu Pflege und das „Alt werden“ der Alzheimer Gesellschaft Ludwigshafen und Rheinland-Pfalz, Pflegestützpunkte Ludwigshafen und Rhein-Pfalz-Kreis, Ökumenischen Sozialstationen Ludwigshafen und Böhl-Iggelheim, des Institut für Studien zur Psychischen Gesundheit, Mannheim (ISPG), und des St. Marien- und St. Annastiftkrankenhauses. Darüber hinaus gibt es ab 11.45 Uhr Fachvorträge im Seminarraum im Untergeschoss des Funktionstraktes von verschiedenen Experten, u.a. zu „Vorbeugung und Früherkennung der Alzheimer-Demenz“, „Demenz im Krankenhaus“, „Neue Wohnformen im Alter“, „Möglichkeiten der Versorgung von Demenzerkrankten“, „Sport im Alter“ oder „Extreme Belastungen und deren Bewältigung“. Ebenfalls um 11.45 Uhr starten in den Aufenthalts- und Therapieräumen der Geriatrischen Klinik Kurzvorträge und Mitmachangebote des Geriatrischen Teams zu „Hundetherapie“, „Kognitionsförderung“, „Sturzprävention“, „Hilfsmittelversorgung“, „Aktivierung durch Musiktherapie“, „Veränderungen in Partnerschaft und Familie“ oder „Ambulante Versorgungsmöglichkeiten“. Darüber hinaus wird der Alterssimulationsanzug demonstriert und ein Projekt zur Gedächtnisvorsorge vorgestellt. Die „Cafeteria Mariengarten“ ist ebenfalls geöffnet.