Im Jahr Eins nach Fukushima hat das Ludwigshafener Ernst-Bloch-Zentrum, Walzmühlstraße 63, die Reihe “Talk bei Bloch. Live. – Naturallianz. Umwelt und Verantwortung neu denken” gestartet. Von März bis November diskutieren Künstler, Politiker, Wissenschaftler und Unternehmer über die Zukunft der Ökologie. Am Dienstag, 15. Mai 2012, sprechen um 19 Uhr die Publizistin und Unternehmensberaterin Prof. Dr. Gertrud Höhler, der kapitalismuskritische Politikwissenschaftler Prof. Dr. Elmar Altvater und der Umwelthistoriker Prof. Dr. Joachim Radkau im Ernst-Bloch-Zentrum, über die Frage “Was kostet Ökologie? Soziale Gerechtigkeit und Weltwirtschaft”.

Die zweite Talkrunde in der “Naturallianz”-Reihe thematisiert weltwirtschaftliche und soziale Auswirkungen der ökologischen Wende. Lässt sich das Werbeversprechen “Bio für alle” auf die Weltgemeinschaft übertragen? Oder ist der Konsum ökologisch produzierter Waren ein Luxus der Besserverdienenden? Wer kann sich ein umweltbewusstes Leben überhaupt leisten – und auf wessen Kosten? Das Gespräch untersucht die sozialen Kosten der Ökologie in der globalisierten Wirtschaft und fragt nach gerechter Teilhabe an mensch- und umweltverträglichem Wirtschaften. Einerseits bringt der Verbrauch von Ressourcen die Zerstörung von Lebensraum mit sich, andererseits sind Arbeitsplätze bedroht, wenn die Industrie nicht produziert. Die globale Frage ist eine soziale Frage, und umgekehrt.

So sind umweltbelastende Industriezweige in Länder ausgelagert, in denen keine Umweltstandards existieren. Für die einstigen Industrienationen bedeutet dieses “Outsourcing” weniger Verschmutzung, und gleichzeitig den Wegfall von Arbeitsplätzen. Die deutsche Energiewende soll nicht nur umweltfreundlichen Strom, sondern auch Arbeitsplätze produzieren. Allerdings melden nach den Subventionsstreichungen für Solarzellen die ersten Unternehmen Insolvenz an – ausgerechnet im ost-deutschen Solar Valley, wo einst die neuen Energien neue Arbeitsplätze in die ehemalige Braunkohletagebau-Region brachten.

Wie sieht also die Zukunft einer gerechten Wirtschaft aus, die Mensch und Natur verantwortungsvoll gegenübertritt? Mit der Unternehmensberaterin Gertrud Höhler, dem Kapitalismuskritiker Elmar Altvater und dem Umwelthistoriker Joachim Radkau sitzen drei sehr unterschiedliche Experten auf der Talk-Bühne bei Bloch. Neben dem Gespräch über die gesellschaftlichen Folgen umweltbewussten Wirtschaftens in Europa öffnet der Abend den Blick für weniger bekannte Realitäten im globalen Kontext wie Land-Grabbing und die Effekte von Emissionshandel und wagt eine ökologisch-motivierte Systemkritik – mit Widerspruchsrecht für das Talk-Publikum.

“Talk bei Bloch. Live.” im Ernst-Bloch-Zentrum bietet am 15. Mai wieder allen Interessierten die Gelegenheit zum lauten Nachdenken und Mitdiskutieren. Das Gespräch zur Frage “Was kostet Ökologie? Soziale Gerechtigkeit und Weltwirtschaft” wird von Dietrich Brants, SWR 2 Aktuelle Kultur, moderiert. Der Eintritt kostet 8 Euro (ermäßigt 4 Euro).

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Ludwigshafen vom 8. Mai 2012