Seit kurzem ist der im Fernheizkraftwerk (FHKW) von TWL (Technische Werke Ludwigshafen AG) produzierte Strom nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) als Ökostrom zertifiziert. Das Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien regelt die bevorzugte Einspeisung von zertifiziertem Strom aus erneuerbaren Energien ins Stromnetz. Außerdem garantiert es feste Vergütungssätze für den eingespeisten Strom. Die Zertifizierung des Stroms aus dem FHKW ist möglich, weil ca. 53 Prozent des im angeschlossenen Müllheizwerk verbrannten Abfalls biogenen Ursprungs sind. Sowohl der biogene Anteil im Müll – etwa Holzreste oder Speiseabfälle – als auch der daraus erzeugte Strom werden zertifiziert und die Strommenge in ein bundesweites Online-Register für erneuerbaren Strom eingetragen.

Die Zertifikate dienen als Herkunftsnachweis. Jeder Herkunftsnachweis bestätigt die Produktion von einer Megawattstunde (MWh) Strom aus erneuerbaren Energien. Verkauft TWL diesen Strom, wird die entsprechende Menge an Herkunftsnachweisen vom TWL-Konto abgezogen und dem Käuferkonto gutgeschrieben. „So erhält der Verbraucher Sicherheit, dass keine Doppelvermarktung stattfindet”, erklärt Zoltan Meszaros, Bereichsleiter Infrastruktur bei TWL und verantwortlich für das FHKW. Durch die biogene Stromproduktion von jährlich ca. 28.000 MWh verfügt TWL über die gleiche Zahl an Zertifikaten und kann damit geprüften Ökostrom verkaufen.

„Zusätzlich ist unsere vor Ort produzierte erneuerbare Strommenge deshalb besonders umweltfreundlich, da sie nur kurze Transportwege benötigt und im Stadtgebiet von Ludwigshafen verbraucht wird”, sagt Meszaros. Langfristig plant TWL, ein spezielles Produkt „Strom von Ludwigshafen für Ludwigshafen” anzubieten. Durch dieses Angebot können die Kunden den bei TWL erzeugten, biogenen Strom direkt kaufen.