Insgesamt 19 Fachleute (elf aus Aserbaidschan und jeweils vier aus Georgien und Armenien) werden vom 16. Juni 2014 an für eine Woche in Ludwigshafen erwartet. Die Expertinnen und Experten aus dem Bereich Umwelterziehung informieren sich über die Organisation und die pädagogischen Konzepte von Umwelterziehungseinrichtungen und anderen Bildungsträgern in Ludwigshafen. Die Teilnehmer der Fachinformationsreise besuchen u.a. den Wildpark mit dem Haus der Naturpädagogik, das Freilandklassenzimmer am Müllheizkraftwerk der GML Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH und den Hack-museumsgARTen. Das Heinrich-Böll-Gymnasium und die Kindertagesstätte Süd, seit Jahren sehr aktiv in Sachen Umwelterziehung, stellen ihre Aktivitäten vor. In der Umweltbildung aktive Vereine, wie z.B. die Initiative Lokale Agenda 21 (ILA) und die Kindergruppe der Naturschutzjugend Ludwigshafen, zeigen, wie auch außerhalb der Schule Kinder und Jugendliche für die Umwelt und deren Schutz sensibilisiert werden können.

Da ein Schwerpunkt auf dem Thema Abfall liegt, werden auch der Entsorgungsbetrieb der Stadt Ludwigshafen und ein Wertstoffhof besucht. Abgerundet wird das Programm durch die Vorstellung der Umweltbildungsangebote von Seiten des Bereichs Umwelt der Stadt Ludwigshafen. Hier können Schulen, Kindertagesstätten, aber auch Kinder- und Jugendeinrichtungen kostenlos so genannte Umwelterziehungsmodule ausleihen (z.B. Müllexpertenkisten, Abfallkiste, Klimakiste oder Energiemobil). Der Feiertag innerhalb der Woche stellt eine gute Möglichkeit dar, den Besuchern die Pfalz näher zu bringen. Nach einer Exkursion zum Erlebnisgarten Worms stehen der Dom zu Worms und die Hardenburg auf dem Programm.

Den Abschluss stellt am Freitag ein Workshop dar, bei dem erarbeitet werden soll, welche der bei der Reise gewonnenen Ideen und Eindrücke auf Sumgait bzw. die anderen Kaukasusstädte übertragen werden können. Ludwigshafens Partnerstadt Sumgait, die 1949 als Chemie- und Schwerindustriestandort gegründet wurde, war in der Sowjetunion eine der wichtigsten Industriestädte. Die Stadt mit ihren ca. 300.000 Einwohnern hat nach wie vor mit massiven Umweltproblemen zu kämpfen. Als eine der Ursachen hat Sumgait das mangelnde Umweltbewusstsein in der Gesellschaft erkannt und möchte dieses nun verbessern. Einen Beitrag zur Selbsthilfe soll auch die Fachinformationsreise leisten, die im Rahmen des Städtenetzes Kaukasus stattfindet. Letzteres wird durch die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) begleitet und aus Mitteln des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

Die Stadtverwaltung Ludwigshafen unterstützt die Partnerstadt Sumgait innerhalb dieses Projektes seit 2003 zu den Themen Umwelterziehung, Altlasten, Abfallwirtschaft und Wasserver- und -entsorgung Die Zusammenarbeit stellt vor allem eine Hilfe zur Selbsthilfe dar und besteht dabei im Wesentlichen aus Wissenstransfer. Bei gegenseitigen Besuchen tauschen sich die Experten der Partnerstädte mehrmals im Jahr aus. Deutsche Experten leiten Seminare und Workshops. Bei städtenetzübergreifenden Fachinformationsreisen lernen die Teilnehmer aus den kaukasischen Partnerstädten Best-Practice-Beispiele aus Deutschland kennen.