Unterricht im Ausweichquartier – diese Zeit ist zu Ende: 380 Schüler in Ludwigshafen haben ihre Erich Kästner-Schule, die zweieinhalb Jahre lang von Grund auf baulich und energetisch saniert wurde, wieder in Besitz genommen. Die Klassensäle sind hell und freundlich und in der Gymnastik- und Sporthalle können sich die Sechs- bis Zehnjährigen wieder austoben. „Das Warten hat sich gelohnt, denn am Ende können wir ein Gebäude in Passivhausstandard übergeben, in dem das Lernen wieder so richtig Spaß macht. Ein von Ortsbeiratsmitgliedern, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern lang gehegter Wunsch geht in Erfüllung”, freuten sich Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse, Schuldezernentin Prof. Dr. Reifenberg und Bau- und Umweltdezernent Klaus Dillinger bei der feierlichen Wiedereröffnung der Schule.

Das 58 Jahre alte fünfstöckige Gebäude mit einer Gesamtfläche von 6.300 Quadratmetern wurde im Sommer 2011 bis auf den Rohbau entkernt. Danach wurden die Fassade und das Dach gedämmt und dreifachverglaste Fenster eingebaut, Ver- und Entsorgungsleitungen, Bodenbeläge, Decken und alle sanitären Anlagen erneuert. Aus Brandschutzgründen wurden die Treppenhäuser abgesichert und Flure abgetrennt. Durch den Einbau eines Aufzugs ist die Schule jetzt barrierefrei. Ein Teil des Schulhofes wurde abgeschrägt, sodass das mit größeren Fenstern versehene Untergeschoss nun von den 60 Hortkindern genutzt werden kann.

Zudem erhielt das Gebäude eine Lüftungsanlage und einen Fernwärmenetzanschluss. Die Heizkosten müssten künftig um etwa 73 Prozent niedriger und der CO2-Ausstoß um ca. 150 Tonnen pro Jahr weniger sein. Die Grundlage für die energetische Sanierung wurde durch das Gebäudemanagement der Stadt Ludwigshafen in dem landesweiten Forschungsprojekt „Nullheizkosten-Schule” in Zusammenarbeit mit dem Institut für nachhaltiges Bauen und Gestalten (Kaiserslautern) sowie mit der LUWOGE Consulting erarbeitet. Die jeweils 500 Quadratmeter große Gymnastik- und Sporthalle erhielt ein neues Dach, neue Fenster und neue Duschen und Toiletten.

Aufgrund unvorhersehbarer Mehrarbeiten und dem zwischenzeitlichen Ausfall von mehreren Schlüsselgewerken verlängerte sich die Bauzeit um 16 Monate. Die Kosten der Gesamtsanierung inklusive der Miete für das Ausweichquartier auf dem Bolzplatz in der Ludwig-Bertram-Straße betragen mehr als 12,5 Millionen Euro. Die förderungsfähigen Kosten von 10 Millionen Euro werden von Bund und Land zu 70 Prozent bezuschusst; sie stammen aus dem Programm Städtebauliche Erneuerung. Der städtische Anteil liegt bei 4,1 Millionen Euro.