Kostensenkung Müllgebühren

Die unterschiedlichen Restmüllgefäße im Landkreis Südliche Weinstraße. Foto: Landkreis Südliche Weinstraße

Gute Nachrichten aus dem Kreishaus: Die Müllgebühren im Landkreis Südliche Weinstraße sinken in 2014 gegenüber 2013 um acht bis neun Prozent. Mit der Ausweitung der wöchentlichen Biomüllabfuhr im Monat September (zusätzlich zu Juni, Juli und August) sowie der Einführung des Systems „Sperrmüll auf Abruf“ kommen weitere Serviceleistungen für die Bürger ohne eine Gebührenerhöhung hinzu.

Das Angebot „Sperrmüll auf Abruf“ wird 2014 nun im gesamten Landkreis eingeführt, nachdem das Modell zwei Jahre lang in der Stadt Bad Bergzabern, in Niederhorbach, in Kapellen-Drusweiler und über ein Jahr in Annweiler erfolgreich getestet worden war. In dem Zeitraum seit 2002 sind die Gebühren bei den wichtigsten Restmüllgefäßen um durchschnittlich 13 Prozent gefallen. Das am häufigsten im Einsatz befindliche Gefäß (60-l vierzehntäglich) ist um 12,8 Prozent günstiger als bei Einführung des aktuellen Erfassungs- und Gebührensystems, das 60-l-Gefäß vierwöchentlich sogar um 18 Prozent. Zwei Drittel der Bürger im Landkreis nutzen diese Gefäße.

Hauptgrund für diese Gebührenentwicklung ist vor allem die Reduzierung der Restabfallmenge, die sich mittlerweile halbiert hat. Mussten 1998 noch 31.462 Tonnen Restabfälle entsorgt werden, konnte 2012 mit 16.162 Tonnen der historische Tiefststand erzielt werden. „Jede Tonne Abfall, die nicht beim Müllheizkraftwerk in Pirmasens angeliefert wird, erspart dem Kreis rund 260 Euro. Die Bürger belohnen sich bei ihren Anstrengungen, Restabfälle und Wertstoffe bereits im Haushalt zu trennen, also selbst“, betont Landrätin Theresia Riedmaier.

„Uns ist es wichtig, vorsichtig zu kalkulieren und die Müllgebühren dann auch stabil zu halten. Alle Risikofaktoren und Serviceleistungen sind mit einberechnet, so dass wir voraussichtlich für die nächsten drei Jahre diese reduzierte Gebühr auch beibehalten können“, verspricht der Leiter des Eigenbetriebs WertstoffWirtschaft, Hans Volkhardt.

Größter Unsicherheitsfaktor im Bereich der Abfallwirtschaft sind die beim Müllheizkraftwerk Pirmasens anfallenden Kosten. Auch der Altpapierpreis ist starken Schwankungen unterworfen. Positiv auf die Gebührenentwicklung haben sich die Rückstellungen für die Nachsorge der Altdeponien ausgewirkt. Bis Ende 2013 ist der Gesamtbetrag von 23 Millionen Euro bereits erwirtschaftet, angedacht war das Jahr 2016. Damit ergibt sich eine Kostenreduktion von 2,2 Millionen Euro. Im Jahr 2018 wird der Eigenbetrieb schuldenfrei sein, da die Zinsen für die Darlehen aufgrund der fortschreitenden Tilgungen kontinuierlich zurück gehen. Und auch die Vorgabe des Landes bezüglich der Restmüllmengen für das Jahr 2025 mit 13.000 Tonnen kann bei konsequenter Einhaltung und Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzeptes erreicht werden.