Der Feldahorn ist ein mittelwüchsiger Laubbaum, der sommerwarme Standorte außerhalb des Waldes bevorzugt. Ein besonderes, mehrstämmiges Exemplar steht an der Bienwaldmühle (Gemarkung Scheibenhardt) und ist als Naturdenkmal ausgewiesen. Es ist etwa 80 Jahre alt und hat eine Höhe von ca. 18 m bei einem Kronendurchmesser von rund 10 m.

Der Feldahorn gilt als „kleiner Bruder“ des Berg- und des Spitzahorns und war früher wegen des guten Ausschlages aus dem Stock in Nieder- und Mittelwäldern vertreten. Heute ist er in unserer Landschaft mehr an Waldrändern oder in Hecken zu finden. „Der Feldahorn verträgt auch anhaltende Überflutungen von vier bis sechs Wochen. In unserem Landkreis wächst er daher auch in den Auenwäldern“, berichtet der für Umwelt und Landwirtschaft zuständige Kreisbeigeordnete Michael Braun. Als Stadt- bzw. Dorf- und Straßenbaum wird der „Baum des Jahres 2015“ empfohlen, da er mit 15 – 20 m Höhe relativ klein bleibt und sich daher auch für schmale Straßen und Gärten eignet. Der Feldahorn ist salz-, immissions- und ozontolerant und trockenheitsresistent und erträgt auch Bodenverdichtung, Hitze und intensive Sonnenstrahlung.

Feldahorne sind Lebensraum für Vögel, Insekten und Pilze

Die Bestäubung der eher unauffälligen Blüten übernehmen Bienen, Hummeln und Fliegen, die goldgelbe Herbstfärbung der kleinen fünflappigen Blätter ist ein besonderer Hingucker. Vögel fressen die Früchte im Winter und verbreiten sie dabei, ansonsten übernimmt das der Wind. Feldahorne sind Lebensraum für Vögel, Insekten und Pilze. Die Blätter bieten Nahrung für verschiedene Schmetterlingsraupen mit so schönen Namen wie Ordensband, Blausieb und Zahnspinner.

„Die ökologischen und gestalterischen Qualitäten des Feldahorn empfehlen ihn zur Pflanzung und Verbreitung im Landkreis Germersheim im privaten wie öffentlichen Raum“, erklärt Georg Roth, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Landwirtschaft in der Kreisverwaltung Germersheim. Dabei kann er sowohl als solitärer Baum als auch in Gruppen als Gehölz oder als freiwachsende oder geschnittene Hecke (Formgehölze) verwendet werden. In Gesellschaft mit Sträuchern wie Haselnuss, Hartriegel, Felsenkirsche fühlt er sich so richtig wohl und entwickelt die schönsten Exemplare. Solche Gebüsche und Hecken werden zunehmend rar in den intensiv genutzten Feldfluren.

Jedes Jahr wählen Naturschutzverbände und andere Organisationen Naturobjekte des Jahres. Damit wird auf die besondere Bedeutung oder den Schutzbedarf der ausgewählten Tiere, Pflanzen oder Biotopen hingewiesen. Im Fokus stehen daher oft seltene Arten und unscheinbare oder unbeachtete Naturschönheiten und -besonderheiten. “Naturobjekte des Jahres” gibt es auch im Landkreis Germersheim. „Im Jahr 2015 gehören dazu u.a. Feldhase, Habicht, Feldahorn und fleischfarbenes Knabenkraut“, so der Kreisbeigeordnete Michael Braun: „Die Untere Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung Germersheim setzt sich mit ihrer Arbeit auch für den Schutz dieser Objekte ein.“ In einer kleinen Serie stellt sie Naturobjekte 2015 vor.