Die klare Umwelt- und Informationspolitik des Entsorgungs- und Wirtschaftsbetriebs Landau (EWL) trägt weiter Früchte: Das spiegelt der Jahresabschluss 2012 wider, der am 12. November 2013 vom Rat der Stadt Landau verabschiedet wurde; vom Verwaltungsrat des EWL ist er bereits am 31. Oktober angenommen worden. So hat der EWL z.B. allein im Berichtsjahr 2,7 Millionen Euro in die Modernisierung der 30 Jahre alten Großkläranlage in Mörlheim gesteckt. Der Effekt: Die Anlage braucht heute deutlich weniger Strom und deckt ihren Bedarf zudem fast vollständig klimaneutral. Denn die Erzeugung elektrischer Energie aus Klärgas wurde in diesem Modernisierungsschritt gleich mit erhöht.

Landaus Verwaltungsratsvorsitzender und Bürgermeister Thomas Hirsch lobte das konsequente Engagement des EWL für den Umweltschutz: „Die Investitionen führen zu erheblichen Einsparungen bei den Betriebskosten, und das bei unveränderter oder sogar verbesserter Reinigungsleistung.“ Was ihn für die Bürger besonders freut: Die Abwassergebühren in Landau liegen im Landesvergleich auf einem sehr niedrigen Niveau. In die Sanierung des Kanalnetzes hat der EWL rund 2,2 Millionen Euro investiert. Das dient vor allem dem Grundwasserschutz.

Ebenfalls dem Umweltschutz dienlich ist das engagierte Verhalten der Landauer Bürger. Die Restabfallmenge hat weiter abgenommen – durch konsequente Abfalltrennung und bewusstes Verbraucherverhalten. Dadurch sind die Kosten für die Entsorgung – trotz gestiegener Entgelte für die Verbrennung in Pirmasens – um 36.000 Euro gesunken. „Wir können stolz sein auf das Umweltbewusstsein der Landauer Bürger und ihre vorbildliche Abfalltrennung“, sagte Thomas Hirsch dazu.

Positiv wirkte sich im Berichtsjahr die Umstellung des Abfallsystems für die Gebührenzahler aus: Das Aufkommen an Abfallgebühren liegt um 182.000 Euro unter dem des Jahres 2011. „Das zeigt, dass die versprochene Entlastung auch realisiert worden ist“, betonte der Verwaltungsratsvorsitzende.

Wirtschaftlich stabil und hocheffizient

Der EWL hat auch im Wirtschaftsjahr 2012 wieder solide gearbeitet: Die Anstalt des öffentlichen Rechts weist einen Jahresüberschuss von 1,69 Millionen Euro aus. Das Mehr von 0,638 Millionen gegenüber dem Vorjahr rührt aus einmaligen bilanziellen Sondereffekten. Sämtliche Investitionen – insgesamt 5,66 Millionen Euro – sind aus Eigenkapital finanziert. „Dadurch wurden Zinsen vermieden, was sich stabilisierend auf die Gebühren auswirkt“, hob Thomas Hirsch hervor und ergänzte: „Der EWL ist ein moderner und hocheffizient arbeitender kommunaler Betrieb mit einer klaren Umweltausrichtung.“

Der Gewinn setzt sich aus folgenden Ergebnissen der einzelnen Betriebszweige zusammen:

  • Abwasserbeseitigung 1,03 Millionen Euro
  • Abfallentsorgung 600.289 Euro
  • Bauhof 129.472 Euro
  • Straßenreinigung 14.529 Euro

Lediglich bei der Projektabteilung Landesgartenschau entstand ein Verlust von 80.551 Euro.

Projektabteilung Landesgartenschau

Die Projektabteilung ist im Auftrag der Stadt Landau als Projektsteuerer für die Entwicklung des ehemaligen Kasernengebiets „Wohnpark Am Ebenberg“ und der Infrastruktur der Landesgartenschau 2015 zuständig. Sie betreute Baumaßnahmen mit einem Umsatz von rund 440.000 Euro der Stadt sowie Investitionen über 3,977 Millionen Euro in Konversionsmaßnahmen. Wichtige Projekte waren die Neugestaltung von Cornichon- und Friedrich-Ebert-Straße und die Erschließung des Kasernengeländes.

Abwasserreinigung und Abfallentsorgung

Im Fokus standen im Berichtsjahr die weitere Sanierung und Modernisierung der Kläranlage sowie des Kanalnetzes. Insgesamt hat der EWL dafür 4,9 Millionen Euro ausgegeben. Diese Maßnahmen dienen der Energieeinsparung und damit dem Umweltschutz sowie dem Grundwasserschutz. EWL-Vorstand Bernhard Eck betonte, dass die Kläranlage in den kommenden Jahren weiteren Investitionsbedarf habe: „Wir wollen die hohe Effizienz nicht nur erhalten, sondern weiter ausbauen.“ In der Mörlheimer Anlage wird das Abwasser von insgesamt 52.000 Einwohnern gereinigt: von den Bürgern der Stadt Landau, von Teilen der Verbandsgemeinde Landau-Land sowie denen von Annweiler und Offenbach. Das Abwasseraufkommen entspricht in Spitzenzeiten der Weinlese dem von 120.000 Einwohnern.

Die Gewinne der Betriebszweige Abwasserbeseitigung, Abfallentsorgung und Straßenreinigung bleiben beim EWL und werden nicht an die Stadt ausgeschüttet. „Von diesem Geld beschaffen wir Ersatzgeräte und bezahlen Investitionen in Anlagen und Infrastruktur“, erklärte Bernhard Eck. „Wir müssen also mindestens so viel Plus erwirtschaften, wie wir dafür brauchen.“

Weniger Geld für Altpapier

Für Altpapier wurde im Wirtschaftsjahr 2012 am Markt deutlich weniger bezahlt: Der EWL erzielte aus dem Verkauf in 2012 nach Abzug von Steuern einen Überschuss von 50.000 Euro (Vergleich 2011: 192.000 Euro). „Aber auch der geringere Gewinn kommt dem Gebührenzahler zugute“, sagte Thomas Hirsch. Jeder Euro wirke sich stabilisierend auf die Abfallgebühren aus.

Leistungen in Zahlen

Ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer hat die Daten des EWL geprüft und den Abschlüssen 2012 einen uneingeschränkten Prüfvermerk erteilt. Hinter den Zahlen des Jahresabschlusses stehen die Leistungen aller Mitarbeiter. „Ihnen gilt mein besonderer Dank“, sagte der EWL-Vorstand. „Sie setzen sich engagiert für die Stadt und ihre Bürger ein.“

In Zahlen betrachtet, haben der EWL und seine Mitarbeiter 2012 folgendes geleistet:

  • 2,37 Millionen Kubikmeter Schmutzwasser gereinigt
  • 2,71 Millionen Kubikmeter Regenwasser behandelt
  • 4.737 Tonnen Restabfälle gesammelt
  • 1.749 Tonnen Sperrabfall erfasst
  • 4.095 Tonnen Altpapier verwertet
  • 4.381 Tonnen Bioabfall verwertet
  • 111 Kilometer Straßen und Wege regelmäßig gereinigt
  • über 30 Tage Winterdienst geleistet mit einem Verbrauch von 120 Tonnen Salz und 7 Tonnen Lauge
  • 220 Kilometer Straßen instand gehalten und
  • 16,3 Hektar Parkanlagen gepflegt.