Landau Netzwerk Kindesgesundheit

Mit rund 200 Teilnehmern stieß das Treffen des Netzwerks Kindeswohl und Kindesgesundheit Landau / Südliche Weinstraße 2016 auf so große Resonanz wie nie zuvor. Foto: Stadt Landau i.d. Pfalz

Das Netzwerk Kindeswohl und Kindesgesundheit Landau / Südliche Weinstraße kam jetzt zu seinem 9. Netzwerktreffen zusammen. Die Veranstaltung, die dazu dient, die Akteure aus den Bereichen Jugendhilfe, Bildung und Gesundheit in der Region zu vernetzen, findet im jährlichen Wechsel in der Stadt Landau und im Landkreis Südliche Weinstraße statt. Schauplatz 2016 war der Festsaal der Universität in der Landauer Bürgerstraße.

Das übergeordnete Thema 2016: „Übergänge gestalten – Brücken bauen“

Mit rund 200 Teilnehmern stieß das Treffen auf so große Resonanz wie nie zuvor. Das übergeordnete Thema in diesem Jahr lautete „Übergänge gestalten – Brücken bauen“. „Das Thema betrifft alle Akteure des Netzwerks“, so Rita Weindel-Jöckle, Leiterin der Abteilung Soziale Dienste beim Jugendamt der Stadt Landau. „Übergänge im Leben eines Menschen ermöglichen Entwicklung und Wachstum, sind aber auch immer mit Risiken verbunden, da sie neue Anforderungen mit sich bringen.“ Als Beispiele für Übergänge im Lebenslauf wurden im Zuge des Netzwerktreffens u.a. der Wechsel von der Kita in die Grundschule, von der Grund- in die weiterführende Schule und von der Schule in den Beruf thematisiert. „In diesen sensiblen Übergangszeiten benötigen Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern, eine gute Begleitung, um Entwicklungsaufgaben bewältigen zu können“, betonte Weindel-Jöckle. Dies wiederum könne nur gelingen, wenn Fachkräfte aus den unterschiedlichsten Bereichen wie dem Bildungs- und Gesundheitssystem sowie der Jugendhilfe zusammenarbeiten und ein geeignetes Umfeld schaffen würden.

Die Akteure konnten zwischen sechs Workshops wählen

Am Netzwerktreffen nahmen Akteure aus der Kindertagespflege, den Kindertagesstätten, den „Frühen Hilfen“, der Gemeinwesenarbeit, den Beratungsstellen, dem Gesundheitsbereich, den Grund-, Förder-, weiterführenden und Berufsschulen, der Schulsozialarbeit, den Sozialämtern, den Jugendämtern und der Arbeitsagentur teil. Sie konnten zwischen sechs Workshops wählen, die sich mit dem Thema „Übergangshilfen“ beschäftigten. Die Ergebnisse aus den Workshops sollen für alle Teilnehmenden zugänglich gemacht und für die zukünftige Netzwerkarbeit genutzt werden.

„Im Zuge der Netzwerktreffen sollen bereits bestehende Unterstützungsangebote vorgestellt werden“, so der Leiter des städtischen Jugendamts, Claus Eisenstein. „Zugleich wollen wir aber auch Lücken entdecken und im besten Fall gemeinsam neue Lösungsmöglichkeiten finden.“ Das seit 2008 bestehende Netzwerk habe es sich zur Aufgabe gemacht, verschiedene Akteure miteinander in Kontakt zu bringen, mit ihnen gemeinsam zu reflektieren und das Netzwerk weiter zu entwickeln, so Eisenstein weiter.

Das „Dormagener Modell“

Neben den Workshops war auch ein Vortrag des Präventionsbeauftragten der Stadt Dormagen, Uwe Sandvoss, Teil des Netzwerktreffens. Er stellte das so genannte „Dormagener Modell“ vor. Die Stadt Dormagen hat ein umfassendes Präventionskonzept realisiert, das allen Kindern und Jugendlichen gute Chancen eröffnen soll, sich gut entwickeln und heranwachsen zu können.

Aber auch in Landau und an der Südlichen Weinstraße verfüge man inzwischen über ein breites Angebot an Hilfsangeboten und Unterstützungsmöglichkeiten für Familien, bekräftigt Landaus Oberbürgermeister und Sozialdezernent Thomas Hirsch. Dies sei auch ein Verdienst des Netzwerks Kindeswohl und Kindesgesundheit. „Die Akteure in der Region gehen Hand in Hand und tauschen sich regelmäßig untereinander aus. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass der Kontakt nicht erst dann gesucht wird, wenn tatsächlich eine Krise eingetreten ist. Die Beteiligten in Stadt und Kreis kennen sich, sind gut miteinander vernetzt und gehen auch mal den berühmten ‘kurzen Dienstweg’. Das Netzwerk und die regelmäßigen Netzwerktreffen sind auch ein gutes Beispiel für eine gelungene interkommunale Zusammenarbeit.“