Landau

Foto: Stadt Landau

Der nächste Schritt in die Zukunft von Landaus Abwasseraufbereitung ist getan: Die Kläranlage des Entsorgungs- und Wirtschaftsbetriebs Landau (EWL) arbeitet jetzt mit einem elektronischen Netzwerk. „Alle technischen Anlagen sind nun zu einer intelligenten Schaltzentrale zusammengeschlossen. Das ist ein wichtiger Mosaikstein in der modernen Infrastruktur unserer Stadt“, erklärte Landaus Bürgermeister Thomas Hirsch bei einem Ortstermin. Der Verwaltungsratsvorsitzende des EWL sieht die jüngste Investition von etwa 600.000 Euro im zweiten Bauabschnitt gut angelegt. Denn die gesamte Steuerungstechnik und die Schaltorgane werden nunmehr automatisch geregelt. Die Elektrotechnik der 32 Jahre alten Kläranlage war mittlerweile störanfällig, Ersatzteile nicht mehr zu beschaffen.

Intelligente Technik

Durch die Erneuerung wird ein sicherer Betrieb gewährleistet. Auch können die Maschinen besser überwacht werden. Denn die Mitarbeiter können nun an den sechs Monitoren, die auf dem Betriebsgelände verteilt sind, alle Aggregate der Kläranlage einsehen und schalten. Bei der Abwasseraufbereitung erheben Fühler insgesamt 186 Messwerte in den einzelnen Klärbecken. Diese Parameter werden an die Steuerzentrale weitergeleitet.

„Nach einem Abgleich mit den dort hinterlegten Vorgaben schalten sich dann Pumpen, Gebläse, Förderschnecken oder Rührwerke automatisch ein“, berichtete Betriebsleiter Dieter Hochdörffer. Die Aufgabe des Netzwerkes ist komplex, denn insgesamt arbeiten in der Kläranlage des EWL in Mörlheim 176 einzelne Geräte und Antriebe: Sie transportieren Flüssigkeiten, bewegen Luft oder Feststoffe, treiben Rechen, Rührwerke und Zentrifugen an oder sie regeln den Zufluss zu Rinnen und Leitungen über Schieber.

Doch so ganz bleibt die Technik nicht sich selbst überlassen – den EWL-Fachleuten für Abwasseraufbereitung obliegt nach wie vor die Kontrolle und Instandsetzung der Anlage. Und diese nehmen sie sehr ernst, wie Bürgermeister Thomas Hirsch betonte.

27 Kilometer Kabel

Dem Bau der neuen Steuerungstechnik ging 2010 und 2011 die Erneuerung der Stromzuführung und die Stromverteilung auf die Anlagenbereiche voraus. Damit die Kläranlage auch bei Stromausfall funktioniert, wurde ein Notstromaggregat errichtet. Im ersten Bauabschnitt hatte der EWL bereits 1,3 Millionen Euro investiert. Insgesamt ziehen sich nun über 27 Kilometer neue Kabel über das Gelände.

„Die neue Elektrotechnik ist ein konsequenter Schritt, den wir getan haben, um in Landau Abwasseraufbereitung auf hohem Niveau leisten zu können – was uns wichtig ist“, erklärte der Bürgermeister. Bereits in den vorangegangenen Jahren hat der EWL in eine neue Belüftungstechnik und in ein innovatives Verfahren zur Schlammeindickung und -entwässerung investiert. Dies hat den Energiebedarf der Kläranlage deutlich gesenkt. Zudem erzeugt ein betriebseigenes Blockheizkraftwerk aus Klärgas Strom und Wärme, beides wird auf der Anlage eingesetzt.

Kläranlage arbeitet nahezu energieautark

Eine Energiebilanz belegte bereits 2013, dass die Kläranlage dank der Neuerungen nahezu energieautark arbeitet. Durch die Maßnahmen in Energieeffizienz seit 2012 erspart der EWL beim Betrieb der Kläranlage der Umwelt rund 330.000 Kilogramm des klimaschädlichen CO2.

Die Kosten für alle Modernisierungen finanziert der EWL aus Rücklagen, die regelmäßig aus den laufenden Abwassergebühren gebildet werden. „Alle Investitionen in eine höhere Effizienz kommen nicht nur der Umwelt, sondern auch den Bürgern zugute. Denn sie senken die Betriebskosten bei der Abwasserreinigung und helfen, die Gebühren stabil zu halten“, schloss Thomas Hirsch.