Nach der Sitzung der eingerichteten Arbeitsgruppe zur Ursachenforschung der in Landau festgestellten Geländehöhenveränderungen (ecoGuide berichtete), bestehend aus Dr. Häfner, Leitender Geologiedirektor beim Landesamt für Geologie und Bergbau in Mainz mit Mitarbeitern, Landaus Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer mit Mitarbeitern des Stadtbauamtes sowie mit den beauftragten Geologen, können erste Ergebnisse präsentiert werden.

So schließt die Arbeitsgruppe oberflächennahe Einflüsse (z.B. durch Entsiegelungsmaßnahmen, Renaturierung des Birnbachs oder Grundwasserveränderungen) als Ursache aus. Grundlage ist ein von der Stadt beauftragtes Gutachten von Herrn Dr. Knoke, Geologe bei der IBES Baugrund GmbH (Neustadt), der die oberflächennahen Wirkungsmechanismen untersucht und berechnet hat. Nach Aussage des Landesamtes für Geologie und Bergbau ist auch die Erdölförderung in Landau aufgrund fehlender räumlicher und zeitlicher Zusammenhänge mit den Hebungen als Ursache eher unwahrscheinlich. In der kommenden Woche werden dem Landesamt betriebliche Untersuchungsergebnisse hierzu vorgelegt, die dann voraussichtlich eine weitergehende Beurteilung zur Erdölgewinnung erlauben.

Der Fokus der weiteren Prüfungen richtet sich demnach auf tektonische und geologische Wirkungszusammenhänge auch in Zusammenhang mit der Geothermie. „Der Betreiber des Kraftwerks hat mit eigenen Untersuchungen begonnen, die der Ursachenerkundung dienen. Mit Ergebnissen wird im Laufe der kommenden Woche zu rechnen sein. Physikalische Berechnungen haben ergeben, dass die Ursache der Geländeveränderungen in einem Tiefenbereich von bis zu rund 500 Metern liegen können. Ein Quellen von Gipsschichten, was andernorts häufig zu Geländehebungen geführt hat, kann in Landau ausgeschlossen werden, da diese Schichten in Landau in einer Tiefe von rund 1.800 Metern liegen und der Druck des darüber liegenden Gebirges ein Quellen in dieser Tiefe verhindert“, so Dr. Häfner. An dieser Stelle gelte es, mit weiteren Untersuchungen anzusetzen. Weitere Erkenntnisse werden hier noch vor Ostern vorliegen.

Da sowohl die Geländeveränderungen als auch die Schadensbilder am Geothermiekraftwerk (bzw. im Umfeld) am stärksten ausgeprägt sind, konzentrieren sich ab sofort auch die Vermessungsarbeiten auf diesen Bereich und den angrenzenden Wohnpark „Am Ebenberg“. „Wir haben vereinbart, dass die städtische Vermessungsabteilung ab sofort die relevanten Geländepunkte in einem wöchentlichen Abstand vermisst, um sehr zeitnah feststellen zu können, ob sich die Geländeveränderungen verstärken oder reduzieren. Außerdem wird noch in dieser Woche die Auswertung von Satellitendaten beauftragt, die Geländeveränderungen von 2012 bis heute in einem engen Zeitraster darstellen werden. Dies ermöglicht den Fachleuten, Wirkungsmechanismen im Untergrund nachvollziehen zu können und damit mögliche Ursachen weiter einzugrenzen“, so der Leiter des Stadtbauamtes Christoph Kamplade.

Die laufenden Vermessungsergebnisse stellen auch eine wichtige Grundlage für die weiteren Investitionsentscheidungen der Baugruppen und Investoren dar, die teilweise kurz vor dem Grundstückskauf stehen und in den nächsten Wochen mit dem Bau beginnen wollen. „Ich bin sehr erleichtert, als Ergebnis der Arbeitsgruppensitzung mitteilen zu können, dass zum heutigen Kenntnisstand die grundsätzliche Bebaubarkeit des Wohnparks ‚Am Ebenberg’ nicht gefährdet ist und damit die Entwicklung der Grundstücke weiterlaufen kann. Da heute noch niemand sagen kann, wie sich die Geländeveränderungen weiterentwickeln, wird aus geotechnisch-fachlicher Sicht die Empfehlung ausgesprochen, mit der Bebauung der Grundstücke abzuwarten, bis neue Messergebnisse vorliegen und die Ursachen weiter eingegrenzt werden können. Hier habe ich bereits zugesagt, dass die Stadt gemeinsam mit der DSK, der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft als Treuhänderin der Stadt, flexibel auf die Wünsche der Bauherren und Investoren eingehen wird. Investoren, die bereits jetzt Grundstücke bebauen und kaufen wollen, wird von Seiten der Stadt relevantes Daten- und Untersuchungsmaterial zur Verfügung gestellt. Auf dieser Basis können Investoren und Baugruppen prüfen, welche technischen Vorsorgemaßnahmen zu treffen sind und diese bei der Realisierung der Baumaßnahme umsetzen“, so Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer.

Die Arbeitsgruppe wird zeitnah zur Klärung der offenen Fragen ein weiteres Mal zusammenkommen. Über weitere Erkenntnisse werden die Öffentlichkeit und alle Beteiligten zeitnah informiert.