Kamelpflegertreffen

70 kamelbegeisterte Tierpfleger und Privathalter aus dem deutschsprachigen Raum tagten im Landauer Zoo. Foto: Zoo Landau

Am vergangenen Wochenende tagten 70 kamelbegeisterte Tierpfleger und Privathalter aus dem deutschsprachigen Raum im Landauer Zoo. Der Berufsverband der Zootierpfleger e.V. (BdZ) führt jährlich fachspezifische Fortbildungsveranstaltungen, wie jetzt das „Kamelpflegertreffen“ im Zoo Landau, durch. Die Veranstaltung wurde maßgeblich von den beiden Huftierpflegerinnen des Zoos, Wibke Deimel und Nancy Koßmann, organisiert.

Themen: die Haltung, Fütterung, Nachzucht, Krankheiten bzw. deren Vorbeuge und das Verhalten der Kamele

Nach der Jahreshauptversammlung des Vereins „Altweltkamele e.V.“ am Freitag, ging es am Samstag mit Fachvorträgen zu Kamelartigen weiter. Zu dieser Tiergruppe gehören zum einen die so genannten Groß- oder auch Altweltkamele, d.h. die einhöckerigen Dromedare und die zweihöckerigen Trampeltiere. Zum anderen aber auch die höckerlosen südamerikanischen oder neuweltlichen Vertreter Guanako und Vikunja, von denen die bekannteren Haustierformen Lama und Alpaka abstammen. Gerade diese Kleinkamele werden häufig auch von Privatleuten gehalten, obwohl es auch etliche Halter und Züchter der „großen Vertreter“ außerhalb der Zoos in Deutschland gibt. Themen waren vor allem die Haltung, Fütterung, Nachzucht, Krankheiten bzw. deren Vorbeuge und das Verhalten der Schützlinge.

Nach einem gemeinsamen Abendessen gab es, wie bei den BdZ-Treffen üblich, eine Versteigerung von mitgebrachten Zoo- und besonders Kamelsouvenirs, bei der 1.500 Euro erlöst wurde. Dieses Geld spendet der BdZ für den Schutz des Wildkamels, von dem nur noch wenige Vertreter wild lebend in der Mongolei vorkommen. Am Sonntagmorgen konnten sich die Tagungsteilnehmer ein Bild vom beeindruckenden Trainingsstand der Landauer Dromedare machen. Die Arbeit am und mit dem Tier ist wichtiger Bestandteil der tierpflegerischen Arbeit und dient dazu, die von Natur aus schreckhaften Fluchttiere zu desensibilisieren, Vertrauen zu den Tierpflegern aufzubauen, um so z.B. auch tierärztliche Behandlungen stressfreier und gefahrloser für Tier und Mensch durchführen zu können. Zudem ist es eine gute Beschäftigung für die durchaus sensiblen, aber nach menschlichen Maßstäben auch intelligenten Tiere.

Abschließend gab es mit dem Landauer Zoopersonal noch einen gemeinsamen Zoorundgang mit Blick hinter die Kulissen. Der Zoo Landau war sehr gerne Gastgeber für diese Veranstaltung und hat viel positive Resonanz erhalten. Besonders hervorgehoben wurde von den Gästen neben der interessanten Thematik und dem schönen Tagungsort auch die reichhaltige kulinarische Versorgung, bei der der Zoo, wie so häufig, tatkräftig von den Mitgliedern des Arbeitskreises des Freundeskreises des Landauer Tiergartens e.V. unterstützt wurde.