Ein gefräßiger Zeitgenosse hat nun auch den Landauer Friedhof und den Goethepark erreicht: Der aus Asien stammende „Buchsbaumzünsler“ ist zum ersten Mal 2007 in Deutschland nachgewiesen worden. Vermutlich durch Importware aus China kam der Kleinschmetterling zunächst nach Baden-Württemberg und Bayern. „Auf dem Hauptfriedhof Landau werden nun erste Bekämpfungsmaßnahmen in den am Rande befindlichen Strauchflächen durchgeführt“, erklärte Gerhard Blumer von der Friedhofsabteilung. Für die Grabpflege im Friedhofsbereich empfiehlt er den Bürgern, die auf den Gräbern befindlichen Buchspflanzungen regelmäßig zu kontrollieren und wenn erforderlich, ebenfalls Maßnahmen gegen den Buchsbaumzünsler zu ergreifen.

„Der weiß-bräunliche Schmetterling bildet bis zu drei Generationen im Jahr“, so Sabine Klein von der Grünflächenabteilung. Der Schmetterling legt seine Eier in den Buchsbäumen ab. Dort entwickeln sich die Raupen im geschützten Innern des Strauches. Die zahlreichen Raupen sind die eigentliche Gefahr für die Buchsbäume, denn sie vertilgen mit ihrem unbändigen Hunger die Blätter und manchmal auch die Rinde der Buchspflanzen. Dieser Kahlfraß schädigt den Buchs enorm und führt oftmals zum gänzlichen Absterben der Pflanze, insbesondere bei starkem Rindenfraß.

Da sich die Raupen meist aus dem Inneren der Pflanze nach außen fressen, werden die Tierchen oft erst spät entdeckt. Meist fallen zunächst erste zerfressene, hellbeige Blätter auf. Bei genauerem Hinschauen sind Gespinste und grünlich-graue Kotkrümel zu entdecken. Die bis zu fünf Zentimeter langen Raupen, sind an einer hell- bis dunkelgrünen Färbung mit schwarz-weißen Streifen, weißen Borsten und einem schwarzen Kopf zu erkennen. Die Larven des Buchsbaumzünslers überwintern geschützt in den Gespinsten zwischen den Blättern, sie überleben auch die kalten Winter der letzten Jahre.

Für die Pflanzenfreunde, die Buchsbäume im Garten oder auf Gräbern haben, ist es daher wichtig, die Buchsbäume regelmäßig auf den Raupenbefall hin zu kontrollieren. Wichtig ist dabei, dass man vor allem auch das Innere der Buchsbäume kontrolliert, indem die Äste zur Seite gebogen werden. Werden die Raupen früh genug bemerkt, kann man sie absammeln und die betroffenen Äste abschneiden. Die Raupen und das Schnittmaterial sollten sofort entsorgt werden, damit eine weitere Verbreitung verhindert wird.

„In den städtischen Grünanlagen werden bei den besonders wertvollen Buchsbaumexemplaren Maßnahmen gegen den Buchsbaumzünsler ergriffen“, so Umweltdezernent Rudi Klemm. Eine flächige Bekämpfung des Zünslers ist allerdings aufgrund des hohen Aufwands nicht möglich. Insgesamt bleibt zu hoffen, dass die erfinderische Natur möglichst bald einen Gegenspieler entwickelt, der den Plagegeistern in natürlicher Weise auf die Pelle rückt. So versuchen manche Vögel auch schon, die Raupen als Leckerbissen zu entdecken, allerdings mit wenig Erfolg, denn die meisten Raupen werden wieder herausgewürgt. Jedoch scheinen die erwachsenen Tiere, also die Zünsler-Schmetterlinge, den Vögeln schon besser zu schmecken. Bleiben noch die Wespen oder Schlupfwespen, die sich schon als Feinde der Raupen erwiesen haben.

Hinweise zur Bekämpfung

In frühen Entwicklungsstadien können die Larven mit Neemöl-Präparaten bekämpft werden. Zu empfehlen ist auch eine Mischung von vier Esslöffeln Essig, drei Esslöffeln Speiseöl und einem halben Liter Wasser. Die Lösungen müssen etwa zwei Mal pro Woche auf die Blätter gesprüht werden. Dabei ist es wichtig, dass die Blätter allseitig tropfnass sind und dass auch das Innere der Buchsbäume erreicht wird. Ein umweltschonendes Mittel ist auch der „Bazillus thuringiensis“, der auch zur Schnakenbekämpfung eingesetzt wird. Wenn die Raupen schon größer entwickelt sind gibt es noch das Spritzmittel „Calypso“ mit dem Wirkstoff „Thiacloprid“, das ebenfalls gegen den Buchsbaumzünsler eingesetzt werden kann. Wichtig dabei ist, dass jeweils die Anwendungsbestimmungen der Bekämpfungsmittel und die Vorschriften des Pflanzenschutzgesetzes eingehalten werden.