Das Nutzungskonzept für die US-Areale in der Heidelberger Südstadt wurde am 24. Juli 2013 vom Heidelberger Gemeinderat einstimmig beschlossen. In das aktuelle Konzept für Campbell Barracks und Mark Twain Village sind Ideen der Bürger schrittweise eingearbeitet worden. Nun soll ein detaillierter Masterplan ausgearbeitet werden – wiederum begleitet von einem Bürgerdialog. Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner: „Die neuen Entwicklungsmöglichkeiten in der Südstadt wollen wir nutzen, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und ein lebendiges Quartier mit einer guten Mischung aus Wohnen, Gewerbe und Freiflächen.“

Weiternutzung bestehender Gebäude steht im Vordergrund

Das Konzept ist im Wesentlichen am Bestand orientiert. Mit dem Erhalt der Wohngebäude, die sich östlich der Römerstraße, nördlich der Kommandantur und am Sickingenplatz zentrieren, besteht die Möglichkeit zur Schaffung von Wohnraum für unterschiedliche soziale Gruppen. Auch für das Schulgebäude ist eine entsprechende Weiternutzung vorstellbar.

Grüner Stadtteil mit hoher ökologischer und stadtklimatischer Qualität

Mit dem Paradeplatz, dem Hof der ehemaligen Stallungen und der Grünfläche rund um die Kommandantur sind drei große Freiräume vorgesehen. Mit der umfassenden Bewahrung von Grünflächen wurde ein zentrales Anliegen der Bürgerschaft umgesetzt. „Das Nutzungskonzept bietet sehr gute Chancen zur Entwicklung eines grünen Stadtteils mit hoher ökologischer und stadtklimatischer Qualität“, betonte Oberbürgermeister Dr. Würzner. Zunächst waren die Gebäude um den Paradeplatz als reine Wirtschaftsflächen geplant. Auf Anregung der Bürgerschaft sieht der aktuelle Entwurf dort zusätzlich einen optionalen Wohnanteil vor. So soll ein lebendiger und attraktiver Platz entstehen – auch für Bürgerinnen und Bürger aus anderen Stadtteilen. Der Paradeplatz ist mit 11.000 Quadratmetern so groß, wie alle Altstadtplätze zusammengenommen oder wie eineinhalb Fußballplätze.

Neues Stadtteilzentrum mit hohem Entwicklungspotenzial

Als künftige Stadtteilmitte ist die Rheinstraße vom Markusplatz bis zur Roeblingstraße oder die Römerstraße zwischen Torhaus und Rheinstraße vorgesehen. Eine definitive Entscheidung soll erst nach Vorliegen des Verkehrsgutachtens, das gerade in Auftrag gegeben wurde, getroffen werden. In der Rheinstraße befinden sich schon jetzt wichtige soziale und kirchliche Einrichtungen wie das Englische Institut, die Markus- und Sankt-Michael-Gemeinde. Das Nutzungskonzept sieht dort außerdem einen Nahversorgungsstandort sowie Einzelhandel und Dienstleistungsangebote vor. Die Chapel soll für sozio-kulturelle Veranstaltungen genutzt werden können. Diese Nutzungsmischung bietet sehr gute Voraussetzungen für einen zentralen und attraktiven Ort in der Südstadt.

Vom Nutzungskonzept zur konkreten Umsetzung

Nach der Sommerpause erfolgt die Ausarbeitung eines Masterplans Südstadt. Dabei werden Themen wie Wohnen, Wirtschaft, Verkehr und Energie vertieft. Die konkrete Ausarbeitung soll wieder von einem Bürgerdialog begleitet werden. Der Masterplan wird für die Umsetzung der ersten neuen Nutzungen benötigt. Er ist die Grundlage zur Schaffung von einem entsprechenden Planungsrecht.

Nächste Schritte: Planung zu Hospital und Patton Barracks

Parallel zu den Arealen in der Südstadt erfolgt zurzeit schon die planerische Beschäftigung mit weiteren Konversionsflächen. Den Schwerpunkt bilden zunächst das US-Hospital in Rohrbach und die Patton Barracks in Kirchheim. Die Auftaktveranstaltung der Bürgerbeteiligung zum US-Hospital ist für Ende November geplant.