Ein Jahr ist es im März 2014 hergewesen, dass das Kartellamt grünes Licht zur Übernahme des Kreiskrankenhauses Bergstraße in Heppenheim (KKH) durch das Universitätsklinikum Heidelberg gegeben hat. Vieles wurde seit dem auf den Weg gebracht, Veränderungen und Neuerungen greifen, das Leistungsspektrum hat erste Erweiterungen erfahren, Fortsetzung folgt, und es wird fleißig gebaut. Im Krankenhaus wurde jetzt Bilanz gezogen. „Wir erleben die angestrebte positive Entwicklung”, sagt Geschäftsführer Stephan Hörl. Dies zeigen u.a. auch die Zahlen. Zum Beispiel ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei den im Januar und Februar 2014 behandelten Patienten.

Das Uniklinikum hält 90 Prozent der Anteile am KKH, zehn Prozent sind beim Kreis geblieben. Auch Prof. Dr. Guido Adler, Aufsichtsratsvorsitzender des KKH und Leitender Ärztlicher Direktor des Uniklinikums, sieht das Haus auf gutem Weg. Auf die Frage, ob er mit der bisherigen Entwicklung zufrieden ist, sagt er: „Die Frage lässt sich kurz und bündig mit einem klaren Ja beantworten”, und er merkt an: „Auch unser Partner in der Trägerschaft des KKH, der Landkreis, signalisiert uns Zustimmung. Und die bekommen wir auch von Kooperationspartnern oder von Rettungsdiensten.” Die Übernahme, so Prof. Adler, stand von Anfang an unter guten Vorzeichen: „Erfreut waren wir, mit welcher Offenheit uns die Mitarbeiter im Kreiskrankenhaus vom ersten Moment an begegnet sind. Das ist bei einer Übernahme nicht selbstverständlich.”

Eng verzahnt mit dem Uniklinikum

Schon in den vergangenen Monaten wurden zahlreiche Neuerungen realisiert. Sie tragen dazu bei, den Standort langfristig zu sichern und auszubauen. Unter anderem ist die Chirurgie neu aufgestellt: Aus einer Abteilung sind zwei unter einem gemeinsamen Dach geworden, Ärzte aus Heppenheim und Heidelberg arbeiten dort Seite an Seite, geführt von einer Heidelberger Doppelspitze. Neben der Allgemein- und Viszeralchirurgie gibt es die Gefäß- und endovaskuläre Chirurgie. Auch die Geburtshilfe hat durch die enge Zusammenarbeit mit der Heidelberger Neonatologie, die deutschlandweit als eine der besten gilt, eine Stärkung erfahren. Neue Formen der Schulung und das Heidelberger Baby-Notarztteam im Hintergrund lassen auch in kritischen Situationen, die selten, aber nicht auszuschließen sind, eine optimale Versorgung von Neugeborenen zu.

„An vielen Stellen haben wir die Arbeit des Kreiskrankenhauses und die des Universitätsklinikums eng verzahnt”, so Hörl. Ein weiteres Beispiel ist die Behandlung von Schlaganfallpatienten, die rund um die Uhr gesichert ist. „Die Wege zwischen Heppenheim und Heidelberg sind kurz”, betont der KKH-Geschäftsführer. Dank moderner Digitaltechnik können Ärzte über die Distanz zusammenarbeiten, wie wenn sie gemeinsam am Patientenbett stehen. Zeitgleich mit der Erweiterung des Leistungsspektrums, der engeren Zusammenarbeit und Veränderung in Strukturen, wozu auch der Wechsel von Stephan Hörl Ende 2013 auf den Geschäftsführerposten und die Ernennung des Chefarztes der Kardiologie, PD Dr. Wolfgang Auch-Schwelk, zum Ärztlichen Geschäftsführer zählt, ist mit der Modernisierung des Krankenhauses begonnen worden. Der Schockraum, hier werden Unfallopfer mit lebensgefährlichen Verletzungen versorgt, wurde komplett erneuert. Das KKH ist damit zertifiziertes Traumazentrum.

Und auch aktuell wird kräftig gebaut: Eine erste Station ist entkernt und wird neu aufgebaut, nacheinander werden so alle Stationen erneuert. Zudem stehen die Arbeiten für ein neues, hochmodernes Katheterlabor kurz vor dem Abschluss. Das Kreiskrankenhaus baut damit seine besondere Stellung im Bereich der Kardiologie und damit als wichtige Anlaufstelle für Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt aus. „Wir sind im Plan”, resümiert Hörl und verweist auf die angestrebte Grundsanierung. Rund 58 Millionen Euro aus Eigenmitteln des Hauses und Fördergeldern des Landes Hessen werden investiert. „Das bis heute Erreichte lässt zuversichtlich nach vorne blicken”, so Hörl abschließend.